|  03. August 2017
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Gefahrgut: Zusätzliche Angaben zur Erleichterung möglich

Gerade ist zum 1. Juli das Abkommen ADR 2017 in Kraft getreten, das die internationalen Gefahrguttransporte auf der Straße regelt. Und schon bereiten die Gefahrgutexperten der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UN ECE) in ihrer Arbeitsgruppe WP.15 das ADR 2019 vor. Sie wollen mit Interpretationen zu vorhandenen Reglungen mehr Klarheit schaffen. Ein Teil davon betrifft die Angaben im Beförderungspapier. Wer in den nächsten Monaten Software oder Datenbanken aktualisiert, sollte dies vorausschauend berücksichtigen.

Die Arbeitsgruppe hat in ihrer letzten Sitzung bestätigt, dass in das Beförderungspapier für die Gefahrguttransporte zusätzliche Angaben aufgenommen werden können. Welche Informationen grundsätzlich zum beförderten Stoff oder Gegenstand enthalten sein muss, regelt Abschnitt 5.4.1 ADR. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

In letzter Zeit gab es Debatten, ob darüber hinaus gehende Angaben zulässig sind. Hintergrund war eine polnische Vorschrift, die bereits heute fordert, auch Namen und Anschrift des Besitzers der gefährlichen Güter im Beförderungspapier anzugeben. Die WP.15 legitimiert solche zusätzlichen Angaben ab sofort.

Die polnische Sonderregelung kam aus dem Warschauer Energieministerium. Es will mit Hilfe der zusätzlichen Angaben gezielter gegen illegale Importe von Treibstoffen vorgehen. Die Kontrollbehörden wurden inzwischen angewiesen, keine Geldbußen mehr zu verhängen, wenn der Eigentümer nicht im Beförderungsdokument genannt wird.

Freistellungsmengen richtig berechnen
Unter bestimmten Bedingungen müssen bei Gefahrguttransporten nicht alle Regelungen des ADR beachtet werden. Solche Erleichterungen gelten, wenn bestimmte Mengen pro Fahrzeug nicht überschritten werden. Unterabschnitt 1.1.3.6 ADR regelt diese Freistellungen im Detail. Dazu gehört unter anderem, dass auch Fahrer diese Transporte übernehmen können, die keine Gefahrgutfahrer-Ausbildung absolviert haben. Diese Regelung hat jedoch einen Haken. Um überhaupt festzustellen, dass die Freistellung genutzt werden kann, müssen die gefährlichen Gütern in fünf Beförderungskategorien von Null bis Vier zugeordnet werden (siehe Tabelle). Daraus ergeben sich Höchstmengen. Sind verschiedene Güter an Bord des Fahrzeugs, muss der Gesamtwert berechnet werden. Aus der Multiplikation von kg und Faktor darf sich jedoch kein höherer Wert als 1000 ergeben, um die Freistellungsregelungen zu nutzen. Um hier Fehler zu vermeiden, müssen Absender mit der nächsten ADR-Änderung für jede Beförderungskategorie die Gesamtmenge und den errechneten Wert im Beförderungspapier angeben. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Diese Regelung stößt nicht überall auf Begeisterung. So haben der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) und andere Wirtschaftsverbände in der Vergangenheit bereits zwei Gegenargumente vertreten: Zum ersten müssen alle Personen, die an Gefahrgutbeförderungen beteiligt sind, unterwiesen werden. Das betrifft auch die Fahrer ohne Gefahrgutführerschein.Zum anderen wird die neue Reglung nur dann wirksam, wenn bereits der Absender die Freistellung nach Unterabschnitt 1.1.3.6 nutzt. Das sei in der Praxis jedoch bei vielen Absendern nicht der Fall. (hec)

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