21. November 2017
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Mehr Service für Gefahrgut

"Treffer!" Mehrere hundert Mal pro Tag erscheint dieses Signal auf den Bildschirmen der Buchungsabteilung von Hapag-Lloyd. Doch diese Treffer sind kein Grund zur Freude. Denn ein Team von Gefahrgutexperten prüft sämtliche Buchungen, auf der Suche nach riskanten Sendungen. Und „Watch Dog“, die Software der Hamburger Reederei, schlägt an, wenn ein Verdacht auf falsch deklariertes Gefahrgut besteht.

Die Informationskette
Eine breite Palette von Gütern ist als Gefahrgut eingestuft – vom Asbest bis zum Zinkpulver. Und selbstverständlich werden auch diese Güter transportiert, per LKW und Bahn, im Flugzeug und auch auf Seeschiffen. Um die Risiken überschaubar zu halten, müssen alle, die am Transport beteiligt sind, überhaupt erstmal wissen, dass sie es mit Gefahrgut zu tun haben.

Rainer Kundrus, beauftragte Person Gefahrgut bei der Hamburger Andenex-Chemie GmbH, erklärt: „Das erfahren wir aus dem Sicherheitsdatenblatt, das der Hersteller liefert.“ Andenex hat sich als Handelsunternehmen vor allem auf Rohstoffe für die Pharmaindustrie spezialisiert. Das Unternehmen kauft Chemikalien in Europa und Asien, die Abnehmer der Waren befinden sich in Süd- und Mittelamerika sowie Afrika.

Nicht alle Produkte, mit denen Andenex handelt, sind als Gefahrgut eingestuft. „Das müssen wir aber wissen, bevor wir ein Angebot abgeben“, betont Kundrus. Denn Gefahrgut muss besonders sicher verpackt und gekennzeichnet werden und die Informationen zum Gefahrgut müssen komplett vorliegen, damit die Reederei oder die Luftfrachtgesellschaft die Buchung akzeptiert. „Unsere Disponenten müssen stets Zugriff auf alle aktuellen Gefahrgut-Daten haben.“

Denn bei Fehlern, die zum Beispiel von „Watch Dog“ entdeckt werden, kann es schon mal passieren, dass ein Transport abgelehnt wird. Dann müssen Container oder auch die Verpackung nachträglich gekennzeichnet und schlimmstenfalls die Ware im Hafen noch mal neu verpackt werden. Dann erst beginnt das Warten auf die nächste Abfahrt.

Daten-Qualität durch Dienstleister gesichert
Diese Probleme kennt Kundrus nicht. Um Fehler und damit Zeitverzögerungen und zusätzliche Kosten zu vermeiden, arbeitet er seit Jahren mit einem externen Dienstleister zusammen. Die eska Ingenieurgesellschaft aus Hamburg versorgt Andenex mit den Gefahrgut-Daten für alle Verkehrsträger. Andenex-Mitarbeiter erfassen zwar alle Daten aus den Sicherheitsdatenblättern. Doch um die Beförderungspapiere zu erstellen und Transporteure rechtzeitig zu informieren, greift das Unternehmen auf die eska-Software „Dangeroo“ zurück.

Hier sind alle Daten hinterlegt, die gebraucht werden, um rechtssichere Beförderungspapiere zu erstellen. „Unsere Anwender können sich darauf verlassen, dass sie stets mit dem gültigen Vorschriftenstand arbeiten“, betont Ralf Gassner, Software-Entwickler bei eska. Das ist angesichts laufender Vorschriftenänderungen nicht selbstverständlich. Doch mit den eska-Daten drucken auch Fachverlage und sogar der Verordnungsgeber selbst die offiziellen Ausgaben der Vorschriften.

Wer nicht gleich ein komplettes Programm benötigt, kann die Gefahrgut-Daten auch pur einkaufen. Dank unterschiedlicher Formate wie CSV, XLS, MDB lassen sie sich dann in vorhandene Firmenanwendungen einspielen und stehen so den Disponenten jederzeit zur Verfügung.

Mitarbeiter regelmäßig schulen
Doch die gute Datenbasis ist nur die eine Seite der Medaille: „Eine gründliche Vorab-Prüfung ist das A und O“, weiß Rainer Kundrus. Damit sie kompetente Entscheidungen treffen können, werden die Disponenten regelmäßig, mindestens einmal jährlich, zum Gefahrgut-Fragen geschult. So wie alle anderen Mitarbeiter, die bei dem Chemikalienhändler an der Transportkette mitwirken.

Deshalb kann der Hamburger Gefahrgut-Experte auch die hohe Trefferquote bei „Watch Dog“ mit Gelassenheit betrachten. „Damit hatten wir noch nie Probleme.“ (uf/tof)

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