08. Februar 2017
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Der Rundum-sorglos-Autohof in Franken

Der Disponaut hat sich an der A3 mit Moritz Strohofer (30), Juniorchef des Autohof Strohofer, mitten in Franken getroffen. Europas größter Autohof mit Sitz in der Gemeinde Geiselwind hat sich in 35 Jahren zu einem ganz besonderen Trucker-Treffpunkt und zu einem "Erlebnisrasthof" entwickelt - mit eigener Metzgerei.

Disponaut: Was macht den Reiz Ihrer Arbeit auf dem Autohof Strohofer aus?
Moritz Strohofer:
Der Reiz ist, dass wird seit mehr als 35 Jahren ziemlich einzigartig sind. Unser Familienbetrieb war einer der ersten Autohöfe neben der Autobahn. Der Autohof Strohofer wurde von meinem Großvater Toni Strohofer gegründet, nachdem die A3 durch den Bauernhof gebaut wurde. Mein Großvater hat von Anfang an eine enge Bindung zu den LKW-Fahrern gepflegt und immer nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht, was man noch anbieten kann, was andere nicht haben. So ist unser Autohof zum größten in Europa gewachsen.

Was für ein Portfolio bieten Sie an, dass sich die LKW-Fahrer so wohl bei Ihnen fühlen?
Gutes Essen, Hotel, eine eigene Werkstatt. Im Hotel gibt es die Möglichkeit, ins Fitness-Studio oder ins Schwimmbad zu gehen. Wir bieten auch ein 5000-Schritte-Programm an, um sich auf unserem großzügigen Gelände direkt am Steigerwald bewegen zu können. Zudem haben wir nicht nur ein Restaurant, das 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat. In unserem Bedien-Restaurant bieten wir auch eine Speisekarte an, die die ganze Nacht zur Verfügung steht. Das unterscheidet uns stark von den meisten anderen Betrieben.

Wie ist es um die Sicherheit der LKW-Parkplätze bestellt?
Wir haben zwei Parkplatzwächter, die auf dem Parkplatz präsent sind und damit bereits für eine gewisse Sicherheit sorgen. 10 EUR kostete die dafür fällige Gebühr pro LKW. Den Beleg dafür kann der Fahrer bei uns im Restaurant oder in unserer Metzgerei voll einlösen oder bei der heimischen Spedition einreichen. Sicherheitsparkplätze, inklusive Umzäunung, wie sie von vielen Disponenten oder für manche Warengruppen eingefordert werden, werden aber kommen. Diesbezüglich sind wird bereits in Sondierungsgesprächen, welches System für uns das Beste ist.

Entschuldigung, eigene Metzgerei?
Ja, eigene Metzgerei und eigene Schlachtung. Das ist auch eine Besonderheit. Der Opa hatte schon früher das Problem gehabt, immer genug hochwertiges Fleisch vorzuhalten. Er hat auf eine eigene Metzgerei gesetzt.

Wie groß ist Ihr Autohof?
140 ha.

Wie viele LKW-Stellplätzen halten Sie vor?
Etwa 600.

Gibt es Ausbauflächen, Expansionsüberlegungen?
Wir haben kürzlich von der Gemeinde Geiselwind einen direkt angrenzenden Wald erworben. Wir wollen in unserer neuen Erlebniswelt den größten Kletterwald Europas aufbauen. Das ist wohl noch eine Einzigartigkeit, dass man vom Autohof direkt in den Naturpark Steigerwald laufen kann, und wir den Wald noch schöner erlebbar machen.

Klettern können die LKW-Fahrer auch?
Wir haben ja nicht nur LKW-Fahrer, sondern auch andere Kunden. Aber ja, das Angebot gilt natürlich auch für LKW-Fahrer. Wir möchten, dass unsere Kunden gezielt zu uns fahren. 

Haben Sie auch vor, ein so genannter DocStop-Standort zu werden?
Wir diskutieren das, haben aber bisher noch nicht die richtigen Partner gefunden.

Zurück zu den LKWs: Gibt es weitere Services neben der eigenen Werkstatt?
Die eigene Werkstatt ist sehr wichtig für uns. Wir geben uns immer Mühe, dass die LKW-Fahrer möglichst schnell weiterfahren können, denn das ist das wichtigste in dieser Branche. Für die Kühltransporte haben wir beispielsweise eine Kooperation mit NomadPower geschlossen, ein Unternehmen aus den Niederlanden. Zurzeit haben wir vier Stromladestationen, die die Kühlung der Ware gewährleisten, der LKW-Motor kann abgestellt werden. Das ist eine Entwicklung, die ursprünglich aus den Häfen kommt. NomadPower hat das auf die Straße gebracht. Diese Stationen reichen für uns. Sollte allerdings mehr eingefordert werden, sind wir gerne bereit, diesen Service auszubauen. Was wir definitiv ausbauen werden sind die Elektro-Tankstellen. Wir haben bereits den Tesla-Supercharger bei uns am Platz mit sechs Ladeplätzen, die 24/7 zur Verfügung stehen. Wir suchen konkret noch einen anderen Partner für weitere Marken.

Wie viele Trucker kehren pro Jahr auf Ihrem Autohof ein?
Im Jahresdurchschnitt übernachten etwa 300 LKW-Fahrer pro Tag bei uns. Etliche mehr sind im Durchlauf. Beispielsweise haben wir 2000 Tankstellen-Kunden täglich.

Wie reagieren Sie als Juniorchef des Autohofes auf das neue, mehr als 17 ha große Gewerbegebiet „Inno-Park Geiselwind“ vis-à-vis?
Ich bin im Gemeinderat Geiselwind, habe mich für Geiselwind als meinen Lebensmittelpunkt entschieden und dementsprechend freue ich mich, wenn hier etwas vorangeht. Das ist ein richtiger und großer Schritt. Wir können mit unserer Werkstatt, unserem Hotel, unserem Tagungszentrum etwas anbieten, das vielleicht für potenzielle Ansiedlungsfirmen von Interesse ist.

Wie viele Beschäftigte zählt der Autohof Strohofer?
Wir haben 150 Festangestellte, darunter auch noch Mitarbeiter der ersten Stunde, die seit 35 Jahren bei uns sind. Die sind teilweise in der Gastronomie tätig, was auch ungewöhnlich für die Branche ist, und wir bilden sehr viel aus. Durch unsere Bekanntheit in der Region haben wir es noch relativ leicht, Auszubildende zu generieren. Wir haben an über 100 Tagen im Jahr Veranstaltungen. Das macht uns sehr bekannt bei der Jugend. Die kennen uns, vertrauen uns, und das kann sich dann auch in einem langjährigen Beschäftigungsverhältnis auszahlen.

Haben Sie auch Veranstaltungen für Trucker im Angebot?
Ja, auf unseren diversen Veranstaltungen buchen sich auch immer wieder Speditionen ein, gerade bei unserem Trucker- und Country-Festival. Söllner und viele regionale Speditionen oder der Aufliegerbauer Fliegl veranstalten bei uns das eine oder andere Incentive zur Teambildung. (tof)

Mehr Informationen unter: www.autohof-strohofer.de

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