|  04. April 2016
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Logistiker verpflichten sich

Logistiker verpflichten sich, dem illegalen Handel mit bedrohten Arten entgegenzuwirken. Dafür sind sie in eine Transport Task Force der Organisation United for Wildlife beigetreten.

Bis zu 50.000 afrikanische Elefanten werden jedes Jahr gewildert, und nur noch 3000 Tiger leben weltweit in freier Wildbahn. Was auf der einen Seite zur Ausrottung ganzer Arten führt, hat sich auf der anderen zu einem riesigen Wirtschaftszweig entwickelt: Der illegale Handel mit Wildtieren wird mittlerweile auf rund 19 Mrd. USD pro Jahr geschätzt.

Dass sich diese Entwicklung immer weiter zuspitzt, ist aber nicht allein das Resultat von Armut und Kriminalität in Entwicklungsländern. Denn die Trophäen der gewilderten Tiere werden oft über den halben Globus transportiert, um von Asien oder Afrika an ihren Bestimmungsort zu kommen. Und so sind auch Logistikunternehmen, Flughäfen, Häfen und weltweite Umschlagplätze unfreiwillig in die kriminellen Machenschaften eingebunden.

Um die Kette zwischen Lieferanten und Endkunden frei von illegalen Tierprodukten zu machen, hat „The Royal Stiftung“ mit Unterstützung des Herzogs und der Herzogin von Cambridge sowie von Prinz Harry die gemeinnützige Organisation United for Wildlife ins Leben gerufen. Durch sie werden international führende Tierschutzorganisationen an einen Tisch gebracht, um Strategien zu entwickeln, die bedrohten Wildtiere gemeinsam zu schützen. Dafür hat United for Wildlife im Januar eine Transport Task Force ins Leben gerufen, der zahlreiche Unternehmen der Logistikbranche beigetreten sind, die sich verpflichtet haben, ihren Beitrag zu leisten, um den illegalen Handel bedrohter Arten zu stoppen.

In der vergangenen Woche ist die Transport Task Force zu einem ersten Treffen im Buckingham Palace zusammengekommen, bei dem sich alle Mitglieder zu elf Verpflichtungen bekannt haben. Mit einer Reihe von Initiativen wollen sie sich aktiv für den Wildtierschutz einsetzen.

Der Unterzeichnung der Vereinbarungen folgte ein Besuch des DP World London Gateway Port, an dem auch der Herzog von Cambridge teilnahm. Hier konnten sich die Task-Force-Mitglieder den laufenden Hafenbetrieb ansehen und bekamen ein Gefühl dafür, an welcher Stelle in der Abfertigung besondere Vorsicht geboten ist, um nicht unbewusst den Transport illegaler Wildtierprodukte zu unterstützen. An der Besichtigung nahm auch der Vorstandsvorsitzende von DP World und Vorsitzende der Ports, Customs and Free Zone Corporation Dubai, Ahmed bin Sulayem, teil: „Die Unterzeichnung der Verpflichtungen ist ein Meilenstein im Kampf gegen den illegalen Handel bedrohter Arten. Dabei spielen wir als globaler Hafenbetreiber, wie auch die Zollbehörden, eine zentrale Rolle.“ DP World und der Zoll wollen künftig daran arbeiten, Weiterbildungen für Mitarbeiter zu fördern, damit diese erste Anzeichen illegaler Wildtiertransporte bei Frachtkontrollen schneller erkennen und verdächtige Aktivitäten aufdecken können.

Zudem soll eine Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne sowie eine engere Zusammenarbeit von offiziellen Stellen, Organisationen und dem Verkehrssektor das Thema vorantreiben, unterstreicht bin Sulayem und ergänzt: „Die Verpflichtung einzelner Unternehmen wird allein nicht ausreichen. Dafür ist auch eine entsprechende Infrastruktur nötig und vor allem eine internationale Reichweite.“

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