20. November 2014
aktualisiert am 31.08.15 10:25h
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Im Porsche einmal um die Welt

Bei den Überseerennen der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft geht es um Genauigkeit, Reaktionsvermögen und nicht zuletzt um Blitzgeschwindigkeit. So auch im vergangenen Jahr. Dass bei der vom Automobile Club de l´Ouest organisierten Langstreckenrennserie für Sportprototypen aber nicht nur die Rennfahrer Sportsgeist beweisen müssen, sondern auch die Organisation der Logistik für das Event eine sportliche Herausforderung ist, weiß der Automobilhersteller Porsche aus eigener Erfahrung.

Mit dem Einsatz der beiden Porsche-919-Hybrid-Modelle, die der Autobauer ins Rennen geschickt hat, wurde auch der Transport der Sportwagen zu einer kleinen Meisterleistung. Denn das Rennen wurde nicht an einem Ort ausgetragen, sondern gleich an fünf verschiedenen: Austin (Texas, USA), Fuji (Japan), Shanghai (China), Sakhir (Bahrain) und São Paulo (Brasilien). Daraus resultierte in der zweiten Saisonhälfte unterm Strich eine Reiseroute von rund 40 000 km - das entspricht einmal dem gesamten Erdumfang.

Bei der Luftfracht errechnete das Porsche-Teams aus Weissach für die Rundreise ein Gesamtgewicht von 35 t. Dabei war die optimale Nutzung des Frachtraums eine der wesentlichen Herausforderungen, berichtet das Team. Demnach musste wie bei einem Tetris-Spiel optimal geschachtelt werden, um den vorhandenen Frachtraum inklusive seiner Schrägen auszunutzen. Damit sich auf dieser Fläche alles, was auf der mehrere Tausend Positionen umfassenden Frachtliste steht, verstauen lässt, wurde bei jeder Anschaffung - ob Werkzeugschrank, Helmverpackung oder Motorenkiste - die Tetris-Tauglichkeit bedacht.

Die Luftfracht reiste mit einer von DHL gecharterten Boeing 747 der Atlas Air und in Gesellschaft des Equipments anderer World Endurance Championship-Teams. Zehn maßgefertigte Container wurden für den Transport extra neu angeschafft. Sie sind laut Porsche effizienter als alles Handelsübliche und sparen jede Menge Verpackungsmaterial im Vergleich zum herkömmlichen Stapeln auf Paletten. Zwei Paletten nehmen Großteile auf, wie das passgenaue Flightcase mit dem Rumpf des Ersatzchassis oder die 100 Felgen. Die beiden Porsche 919 Hybrid passen nicht auf Paletten und werden im Flugzeug auf speziellen Car Racks verzurrt. Dafür werden alle Flüssigkeiten abgelassen, empfindliche Karosserieteile wie Außenspiegel und Flügel anderswo sicher verpackt. Manches transportierte das Team auch per Seefracht. Das ist erheblich günstiger, aber auch ungleich langsamer. Verschifft wurden preiswerte, aber schwere Teile des Equipments. Stählerne Absperrpfosten zum Beispiel. Anstatt 20 dieser bleischweren Tensatoren um die Welt zu fliegen, ist es günstiger, 60 Stück zu kaufen und auf Schiffe zu verladen. Es geht eben immer um Effizienz und Wirkungsgrad - ob im Autorennen oder der Logistik.

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