|  28. Januar 2016
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Wenn 2000 Schafe in die Luft gehen

Rund 1500 weibliche und noch mal 500 männliche Schafe waren Mitte Januar Passagiere an Bord von drei Frachtflugzeugen der Fluggesellschaft Lan Cargo. Im Rahmen eines nachhaltigen Viehprogramms des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei in Ecuador wurden die 2000 Schafe der Rasse Marin Magellan Merino von Chile nach Ecuador geflogen.

Aus der Region Magallanes im Süden Chiles, die auf Schafzucht und Wollweberei spezialisiert ist, wurden die Tiere auf die rund 8000 km lange Reise von Punta Arenas nach Quito gebracht. Auf drei Flugzeuge verteilt wurden jeweils rund 670 Tiere transportiert. Dabei mussten vor allem die Unterschiede beim Gewicht berücksichtigt werden: Die weiblichen Schafe wiegen zwischen 40 und 60 kg, die männlichen zwischen 60 und 80. Deshalb wurden im Flugzeug je nach Gewichtsklasse jeweils maximal 25 Tiere nach Geschlechtern getrennt in 28 Boxen aufgeteilt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Lan Cargo mehr als 1000 Magellan-Schafe von Paraguay nach Ecuador geflogen. „Deshalb haben wir schon Erfahrungen gesammelt und wissen, welche besonderen Anforderungen beim Transport dieser Art zu berücksichtigen sind“, erklärt Juan Pablo González, Cargo-Manager bei Lan Cargo Paraguay. In dem Flugzeug herrschen strenge Druck- und Temperaturregelungen, um das Wohlbefinden der Schafe während des Flugs zu gewährleisten. „Das ist ein sehr komplexer Vorgang, der Erfahrungen im Transport lebender Tiere und spezifisches Fachwissen über die Art erfordert,“ ergänzt Marco Pacheco, der bei Lan Cargo den Transport lebender Tiere verantwortet.

Transport für ein besseres Zuchtergebnis

Die Marin-Magellan-Merino-Schafe gehören zur zweithäufigsten gezüchteten Rasse und sind mittlerweile wichtigstes Exportgut im Viehhandel von Chile geworden. Die Tiere sind für ihr qualitativ hochwertiges Fleisch und ihre dünne Wolle bekannt. „Wir exportieren die in Magallanes gezüchteten Schafe, um einen neuen anerkannten Genotyp zu etablieren. Diese internationale Anerkennung wäre sowohl für die Entwicklung der Region, des ganzen Landes als auch für die ansässigen Unternehmen ein großer Fortschritt“, erläutert Ganadera Marín, Besitzerin der Zuchtschafe.

Ecuador verfügt über einen Schafbestand von mehr als 1 Mio. Tieren. Mit dem Transport nach Ecuador, wo die Viehzucht auf einige Hürden trifft, erhoffen sich Wissenschaftler einen neuen, verbesserten Genpool zu entwickeln. Tiere mit den chilenischen Genen, gepaart mit den Eigenschaften, die der Lebensraum in Ecuador abverlangt, soll langfrsitig eine höhere Produktivität aufweisen.

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