8,50 plus X

Der gesetzliche Mindestlohn soll von heute brutto 8,50 EUR pro Stunde zum 1. Januar 2017 steigen. Die Transport- und Logistikbranche erwartet eine Erhöhung von rund 30 ct. Direkt betroffen von dieser Entwicklung sind die Transportunternehmen und Möbelspediteure nahe der Grenzen zu Osteuropa, die im harten Wettbewerb mit den LKW-Fahrern der Nachbarländer stehen.

Doch auch die Speditions- und Logistikunternehmen, deren vielfach tariflich geregelte Einkommen über dem Mindestlohn liegen, betrachten die verordnete Erhöhung, die etwa 3,5 Prozent entsprechen würde, als einen Eingriff in ihre Tarifautonomie. Wie hoch der neue Mindestlohn ausfallen wird, entscheidet die Mindestlohnkommission. Am heutigen Dienstag gibt sie ihren Beschluss bekannt und legt erstmals einen Bericht seit der Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 vor.

Am vergangenen Freitag (24.6.) debattierte der Bundestag den Mindestlohn. Die Linksfraktion hatte gefordert, das Mindestlohngesetz zu präzisieren. Danach solle der Mindestlohn nicht wie im Gesetz vorgesehen auf das Urlaubs- und Weihnachtsgeld angerechnet werden. Auch sollten die Dokumentationspflichten für Arbeitszeiten weiterhin gelten. Zudem müsse das Personal bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit schnellstmöglich um 5000 Planstellen aufgestockt und die notwendigen Qualifizierungen der Mitarbeiter eingeleitet werden. Der Bundestag lehnte den Antrag mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD ab.

Kommentare

Kommentar veröffentlichen
Nur an die Redaktion senden

Captcha:*



* - Pflichtfeld