|  18. Juli 2016
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Airlines arbeiten eng zusammen

Eine enge Kooperation im Nordatlantikverkehr – das ist das Ziel von Air France-KLM und Alitalia auf der europäischen und Delta Air Lines auf der amerikanischen Seite. Vertrieb und Abfertigung fassen die Airlines im Rahmen ihres Joint Ventures unter einem Dach zusammen – seit Anfang Juni auch in Deutschland. Mit Sitz in der Cargo City Süd am Flughafen Frankfurt bekommt Air France-KLM zudem einen neuen Frachtchef für Deutschland und Österreich: Koen Bolster löst Stephane Lemaire ab.

Das Joint Venture umfasst die Belly-Kapazitäten von 250 täglichen Nordatlantik-Flügen zwischen Europa und den USA, Kanada sowie Mexiko. Insgesamt geht es um rund 450.000 t im Jahr. 120 Airports beiderseits des Atlantiks gehören zum Joint-Venture-Netz. Außen vor sind lediglich die Frachterdienste von Air France-KLM.

Direktflüge in die USA

Zum „One Roof“-Konzept gehört, dass die französisch-niederländische Airline in Deutschland den Beiladeraum des US-Partners auf dessen sieben täglichen Flügen vermarktet. Von Düsseldorf aus steuert Delta Atlanta an, wo die Fluggesellschaft auch ihren Sitz hat. Von Frankfurt aus gibt es Flüge nach Atlanta, Detroit und zum New Yorker Flughafen John F. Kennedy. In München hebt eine Maschine nach Atlanta ab, eine weitere nach Detroit. Hinzu kommt ein Flug von Stuttgart nach Atlanta.

Auf allen Frequenzen kommt Boeing-Gerät vom Typ 767 zum Einsatz, das bis zu 8 t an Bord nehmen kann. Pro Tag kommen so rund 50 t zusammen, die über das Buchungssystem von Air France-KLM laufen.

Ebenfalls zum Nordatlantik-Bündnis gehören die zahlreichen Delta-Abflüge an den Flughäfen Paris-Charles-de-Gaulle und Amsterdam, den Heimat-Airports von KLM und Air France. In der französischen Hauptstadt hebt Delta 15-mal am Tag Richtung USA ab, in der niederländischen Hauptstadt ist es 18-mal.

Die Aufgabe, die die französisch-niederländische Fluggesellschaft jetzt für Delta erledigt, hatte zuvor in Händen des General Sales Agents Globe Air Cargo gelegen. Seit 2008 war der zur französischen ESC-Gruppe gehörende Vertriebsagent für Delta tätig. Doch das ist jetzt Geschichte.

Getrennt hat sich Delta zudem von ihrer langjährigen Europa-Frachtchefin. Danita Waterfall hat die Fluggesellschaft Ende vergangenen Jahres verlassen. Einen weiteren Weggang gibt es in der Delta-Zentrale in Atlanta. Dort geht Frachtvertriebschef Ray Curtis in den Ruhestand.

Koordiniert wird das Delta-Frachtgeschäft in Deutschland und Österreich jetzt von Marco Rincker. Der 38-Jährige sitzt in Bürogemeinschaft mit Air-France-KLM-Manager Tobias Jäschke im Frachtareal des Frankfurter Flughafens. Der 48-jährige Jäschke leitet als Commercial Manager ein 22-köpfiges Frachtteam in Deutschland – aufgeteilt auf neun Büros.

Neuer Deutschland-Chef

Jäschke ist seit 2008 bei der französisch-niederländischen Airline. Bei all den Veränderungen ist er damit quasi die Konstante. Künftig berichtet Jäschke an Koen Bolster, der im Laufe dieses Sommers die Verantwortung für das Frachtgeschäft in Deutschland/Österreich übernimmt. Der Niederländer Bolster löst den Franzosen Lemaire ab. Letzterer geht nach sechs Jahren für seinen Arbeitgeber nach Singapur, um von dort aus das Asien-Frachtgeschäft zu leiten.

Als Vorbereitung auf die Zusammenarbeit hatte Delta schon im Frühjahr 2015 den Abfertigungspartner am Flughafen Frankfurt gewechselt. Die Airline ging von WFS zu Swissport, dem an weltweit zahlreichen Airports für Air France-KLM tätigen Handling-Dienstleister. Swissport fertigt auch die Fracht der europäisch-amerikanischen Joint-Venture-Airlines in Düsseldorf ab. In Stuttgart liegt diese Aufgabe in Händen des Mittelständlers Apron. Der Abfertiger ist schon seit vielen Jahren für Delta Air Lines tätig, im vergangenen Mai kam Air France-KLM hinzu.

Autos als Beiladung

Stuttgart hat eine besondere Bedeutung für die französisch-niederländische und die amerikanische Airline. Zum einen rangiert Air France-KLM am Stuttgarter Markt traditionell auf Platz zwei (nach Platzhirsch Lufthansa Cargo). Zum anderen fliegt Delta Stuttgart bereits seit 30 Jahren an. In diesen Jahren hat die US-Fluggesellschaft auch etliche Autos in die USA geflogen. Schließlich ist die Gegend rund um Stuttgart als Autobauregion bekannt. Zwar nimmt die auf der Atlanta-Strecke eingesetzte Boeing 767 nur Beiladung an Bord, für Autos ist dennoch Platz.

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