|  26. Oktober 2015
aktualisiert am 24.11.15 11:39h
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Auf Augenhöhe kommunizieren

Kooperationen zwischen Logistikdienstleistern sind in Deutschland weit verbreitet. Der Einsatz von Subunternehmern ermöglicht es Logistikunternehmen, sich im Wettbewerb flexibel und kosteneffizient zu positionieren, und versetzt die Unternehmen in die Lage, Aufträge über die eigenen Kapazitäten hinaus abzuwickeln. Eine aktuelle Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management zeigt, dass Subunternehmer mit der Zusammenarbeit häufig unzufrieden sind.

Viele beauftragen Subunternehmer

Etwa drei Viertel der im WHU Logistik-Panel untersuchten Unternehmen sind in ihren Geschäftsbeziehungen vor allem als Auftraggeber aktiv und setzen selbst Subunternehmer ein. Die Anzahl der eingesetzten Subunternehmer variiert dabei stark: Während knapp 20 Prozent der befragten Dienstleister nur zehn oder weniger Subunternehmer beschäftigen, operieren mehr als 10 Prozent, nicht nur große Dienstleister, mit mehr als 100 Partnern. Trotz des damit einhergehenden hohen Koordinationsaufwands bekräftigen diese Zahlen den hohen Stellenwert von Subunternehmern für die Geschäftsmodelle der typischen mittelständischen Betriebe.

Obwohl sie häufig eng zusammenarbeiten, ist vielen Dienstleistern oftmals nicht bewusst, wie zufrieden der jeweilige Kooperationspartner in der Geschäftsbeziehung eigentlich ist. Auftraggeber sehen keine starke Abhängigkeit von ihren Subunternehmern, obwohl sie durchgängig angeben, dass es schwer oder sehr schwer ist, neue Subunternehmer zu finden, die ihren Anforderungen genügen. Es ist daher verständlich, dass Logistikunternehmen nach eigenen Angaben ein kooperatives Verhältnis zu ihren Subunternehmern aufbauen und mit diesen als Partner auf Augenhöhe agieren.

Partner tauschen sich zu wenig aus

Die befragten Subunternehmer geben jedoch genau das Gegenteil an: Aus ihrer Sicht werden sie nicht partnerschaftlich und von oben herab behandelt. Solche eklatant unterschiedlichen Einschätzungen bergen ein hohes Risiko, denn nur zufriedene Kooperationspartner sind Garant für langfristig erfolgreiche Geschäfte.

Noch stärker unterscheiden sich die Beurteilungen im Bereich der Lieferantenentwicklung. Im Zuge einer langfristigen Partnerschaft sind Investitionen in die Lieferantenentwicklung unabdingbar und zeugen von hohem Engagement der Auftraggeber. Die meisten von ihnen sind der Meinung, alles richtig zu machen. Sie sind sich bewusst, wie schwierig es ist, geeignete Subunternehmer zu finden, und geben an, deshalb stark in deren Entwicklung zu investieren. Die Subunternehmer weisen diese Aussage aber klar zurück und bemängeln, dass sie solche Investitionen nicht wahrnehmen.

Dass die Meinungen darüber stark auseinandergehen, lässt sich nur mit unzureichender Kommunikation erklären. Oftmals tauschen sich die beiden Parteien zu wenig aus und sind sich der Bedürfnisse des jeweils anderen nicht bewusst. Gerade bei längerfristigen Partnerschaften sollten Logistikdienstleister Wert darauf legen, effektiver und regelmäßiger mit ihren Partnern zu kommunizieren. Dies betrifft nicht nur Auftraggeber, die sich der Probleme ihrer Partner bewusst sein sollten und darauf reagieren müssen. Auch Subunternehmer sollten ihre Anliegen zur Sprache bringen. Nur dann können Logistikdienstleister langfristig flexibel und effizient wirtschaften. Starke Kooperationen sind ein klarer Wettbewerbsvorteil und bilden so eine wichtige Grundlage für den Erfolg.

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