|  07. April 2016
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Dienst am Händler

Die Handelskooperation EK-Servicegroup, Bielefeld, setzt in der Logistik auf Zentralisierung und externe Dienstleister. „Mit der Bündelung und Zentralisierung der Lagerabwicklung in Eisenach gingen gleichzeitig Prozessverbesserungen und die Einführung neuer Leistungen einher. Das stärkt die Wertschöpfung der Lieferkette – und damit unsere Händler“, sagt Thorsten Stühring, Bereichsleiter Handel der EK-Servicegroup und damit verantwortlich für die Logistik. Eine entscheidende Rolle spielt die Zentralisierung darüber hinaus bei der Umsetzung der Multichannel-Strategie inklusive der zunehmenden Belieferung der Endkunden der Händler, deren Ausbau sich das Unternehmen angesichts des boomenden Onlinehandels zum Ziel gesetzt hat.

Bereits 2012/2013 wurden verschiedene Lagerstandorte in Gießen, Hille und Nürnberg aufgegeben und in dem 37 000 m2 großen Logistikzentrum von Rhenus Logistics in Eisenach zusammengefasst, das 2012 neu errichtet worden ist. „Wir steuern aber weiterhin die gesamte Lieferkette und haben nur das Handling ausgegliedert“, betont Stühring, dessen Bereich 50 Mitarbeiter zählt. Im Rahmen des „Frachten-Service“ bietet EK den mehr als 4100 Händlern der Kooperation, davon mehr als 1500 in Deutschland, auch eine Optimierung der Transportdienstleistungen an. So managt die EK-Logistik außer dem Umschlag über das Zentrallager auch die Direktbelieferung der Händler durch den Hersteller, wie zum Beispiel im Bereich Mode und Textilien.

Im Rhenus-Lager in Eisenach werden rund 25.000 Artikel von etwa 1000 Lieferanten für EK bevorratet. Mit 92 Prozent des Lagerumsatzes entfällt der Löwenanteil auf den deutschen Markt und die angeschlossenen deutschen Händler. EK belegt rund zwei Drittel der Fläche des Multiuser-Lagers. Transportdienstleister von EK sind Paketdienste wie DPD und DHL sowie Stückgutspediteure wie Dachser im Bereich nationales Stückgut und Kühne + Nagel im Exportbereich. Logwin kümmert sich um die Importe von Waren aus Fernost via Seehafen Hamburg und bringt Container nach Eisenach.

Bessere Bezugskonditionen

Laufzeiten und Zustellquoten im Bereich der Stückguttransporte konnten Stühring zufolge erheblich verbessert werden. „Der Wechsel zu Dachser im Rahmen der ganzheitlichen Optimierung der Logistikaktivitäten hat dazu geführt, dass 95 Prozent aller Sendungen in 24 Stunden beim Handelspartner sind.“ Damit ist man nah am eigenen Ziel: Angepeilt wird eine Quote von 96 Prozent. Zuvor waren DB Schenker Logistics und Kühne + Nagel für das nationale Stückgutgeschäft zuständig, wie aus älteren Berichten hervorgeht. Das Sendungsvolumen umfasst über 100.000 Paletten und Kolli, 130.000 Pakete sowie 50.000 zeitkritische Sendungen pro Jahr.

Für die Handelspartner wurden laut Stühring durch die Zentralisierung und Bündelung die Bezugskonditionen deutlich verbessert. In Deutschland werden die Händler bereits ab einem Wert von 250 EUR frei Haus beliefert, in Österreich ab 400 EUR. Für seine Leistungen berechnet EK einen geringen „Handling-Zuschlag“.

In der Regel werden die Händler einmal wöchentlich beliefert, um ihre Rampenkontakte gering zu halten. Auf Wunsch werden auch mehrfache oder tägliche Belieferungen angeboten. Wenn es besonders eilt, ist auch ein Schnellversand möglich, der aber gesondert in Rechnung gestellt wird. Auch dessen Kosten konnten abgesenkt und die Cut-off-Zeiten nach hinten geschoben werden, so Stühring. Alle bis 15 Uhr eingehenden Paketsendungen innerhalb Deutschlands können in 24 Stunden abgewickelt werden.

Händler haben so die Möglichkeit, kurzfristig in kleinen Losgrößen zu bestellen. „Damit wird EK zur verlängerten Ladentheke der Händler“, sagt Stühring. Diese können damit ihre Logistikkosten reduzieren. Im vergangenen Jahr wurden so etwa 3 Mio. Auftragspositionen im thüringischen Lager kommissioniert. Die Händler können damit die Lieferungen von zahlreichen Herstellern über EK bündeln. Angeboten werden auch noch Mehrwertdienstleistungen in der Kontraktlogistik wie zum Beispiel Verpackung und Etikettierung.

Verbesserungsprozess eingeführt

Um Management und Kontrolle der Logistik zu gewährleisten, sei immer ein EK-Verantwortlicher in Eisenach vor Ort, betont Stühring. Außerdem hat er einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) eingeführt. Dafür gibt es eine wöchentliche Runde, an der alle betroffenen Abteilungsleiter des EK Supply Chain Managements teilnehmen. Quartalsweise finden außerdem Konferenzen mit den Logistik- und Speditionspartnern statt.

In Zukunft wird der Versand von Waren im Auftrag der Händler, das „Dropshipping“, eine immer größere Rolle spielen. Diesen Prozess hat das EK-Team bereits 2014 mit Pilotprojekten eingeführt und im vergangenen Jahr komplett ausgerollt. Die Retourenabwicklung überlässt EK den Händlern. „Wir könnten dies anbieten, aber nur als kostenpflichtige Leistung“, sagt Stühring. „Dropshipping“ wird daher als zusätzliches Serviceangebot in Rechnung gestellt, wie es bei taggleicher Zustellung und Montageleistungen der Fall ist.

Auch hier setzt EK auf Logistikpartner: Taggleiche Lieferung für lokale Kunden stationärer Händler bietet das Unternehmen mit Hilfe von Tiramizoo an, und dies vor allem in Großstädten, wie beispielweise in Dortmund für einen Elektromarkt. Hermes Einrichtungs Service und Dachser sind die Partner bei der Zwei-Mann-Logistik, also der Lieferung und Montage etwa von Waschmaschinen oder auch Kinderzimmern.

Hilfe bei Webshops

Von den rund 25.000 Lagerartikeln kommen rund 16.000 für E-Commerce-Lösungen infrage. Denn sie sollten paketdienstfähig sein, so Stühring, also möglichst in einen Karton passen und nicht übermäßig bruchgefährdet sein. Die Händler können die Onlinebestellungen sowohl über die EK-IT als auch über ihre eigenen Webshops online abwickeln. Mit „My Web“ bietet die EK-Servicegroup den Händlern Hilfe bei der Einrichtung eigener Webshops an. „Wir wollen diese Vertriebsschiene künftig weiterentwickeln“, sagt Stühring. Dabei gehe es aber immer um Multichannel-Konzepte des stationären Handels. (rok)

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