|  14. Juni 2016
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TCU ist gut unterwegs im Hinterland

Wer Herausforderungen liebt, der ist derzeit im Containerhinterlandverkehr der Seehäfen besonders gut aufgehoben. Tendenziell eher fallendes Volumen, extremer Margendruck, Qualitätsprobleme auf Straße und Schiene: Hier sind starke Nerven gefragt. Die hat derzeit offenbar der Dienstleister Transcontainer-Universal G.m.b.H. & Co. KG (TCU): Die Kooperation meldet für 2015 recht ordentliche Zahlen, wie auf der Gesellschafterversammlung in Hamburg bekannt wurde.

Geschäftsführer Bernd Pokrandt meldete ein Volumenplus von rund 5 Prozent – TCU beförderte 2015 über 180.000 Teu. Etwas weniger stark stieg der Umsatz auf gut 60 Mio. EUR. Davon blieben immerhin knapp 2 Mio. EUR als Ergebnis hängen – nicht wenig für eine Kooperationsgesellschaft, die erklärtermaßen nicht gewinnorientiert arbeitet. Zur großen Freude der Gesellschafter schüttet TCU davon mehr als 1,6 Mio. EUR an sie aus.

Kein Licht ohne Schatten

Kein Licht freilich ohne Schatten. Den wirft in diesem Falle die Entwicklung des Gewinns: Er ging gegenüber 2014 um rund 17 Prozent zurück. Das sei zum einen dem außergewöhnlich guten Jahr 2014 geschuldet, sagte Pokrandt. Zum anderen belaste das große IT-Projekt „Columbus“ noch die Kosten. Hier stellt TCU gerade gemeinsam mit Dakosy und Cargosoft die operative Software komplett neu auf – das sei anspruchsvoll, räumte Pokrandt ein, werde aber die Abläufe massiv vereinfachen und gleichzeitig das Leistungsportfolio erweitern.

TCU wurde 1971 von zehn Partnern aus Hamburg und Bremen gegründet. Die Idee dahinter war simpel: Die Kunden sollen ihre Containertransporte im Seehafenhinterland über TCU bündeln und abwickeln. Dazu müssen sie dem Zusammenschluss beitreten. Die Kooperation hat sich seither mit aktuell gut 120 Gesellschaftern zu einem beachtlichen Dienstleister im Seehafenhinterlandverkehr entwickelt. Sie macht ihre Geschäfte vor allem mit Transporten auf der Schiene, nutzt aber bei Bedarf auch den LKW oder das Binnenschiff. Dabei greift TCU auf Angebote von Operateuren und Eisenbahnen zurück. Containerdepotleistungen runden das Angebot ab.

Derzeit liegt der Fokus der TCU-Leistungen vor allem im Hinterland der deutschen Nordseehäfen. Das muss aber nicht so bleiben, mahnte der Verwaltungsratsvorsitzende Andreas Wenzel (Spedition A. Hartrodt): „Wir sollten anfangen, Westhafenverkehre zu entwickeln. Unsere Flüsse sind nun mal nicht geeignet für 18.000-Teu-Schiffe.“

Dass Wenzel am Ende des Tages nicht mehr Verwaltungsratsvorsitzender war, hat nichts mit dieser – für einen Norddeutschen ungewöhnlichen – Ansage zu tun. Nach 23 Jahren an der Spitze muss der Hartrodt-Manager aus dem Verwaltungsrat ausscheiden, weil er nach einer Umstrukturierung in seinem Unternehmen nicht mehr für die Gesellschaft tätig ist, bei der die TCU-Anteile liegen. Als Nachfolger wurde Jörg A. Cordes (R+C Seetransport) gewählt.

Anspruchsvolles Jahr 2016

Das neue TCU-Führungsteam muss sich allerdings gleich anspruchsvollen Aufgaben stellen. Die oben beschriebenen Herausforderungen gälten angesichts der anhaltenden Schifffahrtskrise für 2016 erst recht, betonte Pokrandt – und stellte die Gesellschafter vorsorglich schon mal auf mögliche „Margenreduzierungen“ ein. Vollzogen ist die Reduzierung aber schon beim Namen: Der Dienstleister wird künftig schlank unter dem Namen TCU GmbH & Co. KG auftreten.

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