|  10. August 2017
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So managen Sie ungewisse Nachfrage

Der Vertrieb über mehrere Kanäle (Omnichannel) verändert nicht nur das Kaufverhalten von Verbrauchern und die Planungen der Händler, sondern auch die Lieferketten der Hersteller. Diese müssen sich darauf einstellen und Produktion und Auslieferung flexibilisieren. Voraussetzung dafür sind digitalisierte Prozesse. Dabei helfen Lösungen weiter, die auf softwarebasierten Ansätzen mit Big Data-Analysen aufbauen. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Auftragsreichweiten werden nicht mehr länger in Wochen, sondern schon bald überall in Stunden gemessen werden. Ursache ist die stetig wachsende Erwartungshaltung der Kunden, alle gewünschten Waren möglichst personalisiert und günstig sofort verfügbar zu haben. Die schnelle Auslieferung und Verfügbarkeit ist nicht mehr länger nur ein Problem der Händler. Es ist eher so, dass die Händler diesen Lieferdruck an die Produzenten der Waren weitergeben.

Die Lager bei ungewisser Nachfrage zu füllen ist nicht die Lösung
Für Produktionsunternehmen lohnt es sich allerdings nicht, Waren auf Halde zu produzieren und diese den Wünschen der Kunden entsprechend zu den jeweiligen Händlern auszuliefern. Betriebswirtschaftlich entstehen dann vermeidbare Kosten, die sich durch besser organisiertes Supply Chain Management vermeiden lassen. Wird auf der anderen Seite nur nach Bedarf produziert, fehlt ebenfalls die nötige Flexibilität, denn Kunden sind nicht mehr gewillt zu warten, sondern orientieren sich in Zeiten des Omnichannels einfach um.

Die auf Befestigungs- und Montagetechnik spezialisierte Würth Gruppe besitzt ein Produkt-Portfolio von mehr als 100.000 unterschiedlichen Komponenten, von denen wiederum sehr viele von Zulieferern stammen. Die Würth Gruppe unterhält weltweit mehr als 1.000 Niederlassungen und bedient die unterschiedlichsten Abnehmer, vom Großunternehmen bis zum Kleinhandwerker.

Diese Komplexität wird dadurch verstärkt, dass jede Landeszentrale die Lagerhäuser und ihr Personal vor Ort selbstständig verwaltet. Jede Niederlassung sah sich mit der Ungewissheit konfrontiert, wie sich die Nachfrage entwickelt und wie diese behandelt werden muss. Lange Zeit tat man bei Würth das, was bei einer schwankenden Nachfrage die erste Lösung ist, nämlich deutlich über die bekannte Nachfrage hinaus zu produzieren und größere Warenmengen in den Lagerhäusern vorzuhalten. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

IT kann das Problem lösen
Die Alternative besteht in einer softwarebasierten Planung und einem Big Data-Ansatz. Hier werden nicht nur Daten über die Nachfrage, sondern auch Daten von den einzelnen Lieferanten erhoben und diese mit ihnen ausgetauscht. Unternehmen erhalten dann auch Einsicht, welche Waren in welchem Land und welcher Stadt verfügbar sind und welcher Händler diese zu welchem Zeitpunkt benötigt. Dies erleichtert die Planung der Produktions- und Lieferprozesse und ermöglicht eine zielgenaue Abstimmung mit den Zulieferern, aber auch mit den Händlern und den Verbrauchern, die große Mengen oder kostenintensive Produkte abnehmen.

Bei Würth konnten die Lagerbestände um 30 Prozent gesenkt, die Produktivität um 20 Prozent gesteigert und die Zufriedenheit der Kunden mit der Verfügbarkeit der Waren auf 98,5 Prozent erhöht werden.

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