07. Dezember 2017
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Punkte, Punkte, Punkte

Ebenso wie PKW-Fahrer erhalten auch die Fahrer eines Lastkraftwagens Sanktionen, wenn sie gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben. Eine dieser Sanktionen ist die Eintragung in das Fahreignungsregister. Dieses wurde im Jahr 2014 reformiert. Was sich seitdem geändert hat, klärt der folgende Text.

Das heutige Fahreignungsregister, früher Verkehrszentralregister, wurde am 1. Mai 2014 modernisiert und erneuert. Seitdem werden die Punkte in elektronischer Form abgespeichert und nicht mehr archiviert. Während vor der Modernisierung bei 18 Punkten ein Fahrerlaubnisentzug drohte, müssen Lastkraftfahrer diese heute schon bei 8 Punkten abgeben. Zudem wurden die Bußgelder für bestimmte Vergehen erhöht. Als Ausgleich dazu werde wiederum einige Ordnungswidrigkeiten nicht mehr mit Punkten in Flensburg bestraft, zudem erhalten Sie nun für einige Verstöße weniger Punkte als noch beim alten System.

Da das neue System die alten Eintragungen übernahm, mussten diese zunächst entsprechend dem neuen System umgerechnet werden. Diese Umrechnung gestaltete sich wie folgt:

1 bis 3 Punkte früher (entspricht 1 Punkt heute)

4 bis 5 Punkte früher (2 Punkte heute)

6 bis 7 Punkte früher (3 Punkte heute)

8 bis 10 Punkte früher (4 Punkte heute)

11 bis 13 Punkte früher (5 Punkte heute)

14 bis 15 Punkte früher (6 Punkte heute)

16 bis 17 Punkte früher (7 Punkte heute)

18 Punkte früher (8 Punkte heute) 

Mit dem heutigen Punktesystem erhalten Verkehrssünder nur noch Punkte ab einem Bußgeld von 60 EUR und bei Vergehen, die die allgemeine Verkehrssicherheit gefährden könnten. Zudem können nur noch maximal 3 Punkte für eine Ordnungswidrigkeit verteilt werden, während das gleiche Vergehen früher noch deutlich mehr Punkte gefordert hätte.

Wie die Punkte genau verteilt werden, ist von einer genau strukturierten Punktregelung abhängig. Danach werden schwere Ordnungswidrigkeiten heutzutage mit einem Punkt gewertet, während Verkehrssünder die eine sehr schwere Ordnungswidrigkeit begangen haben 2 Punkte eingetragen bekommen. Zu diesen „sehr schweren Vergehen“ gehören beispielsweise Ordnungswidrigkeiten, die ein Fahrverbot nach sich ziehen könnten oder die die Verkehrssicherheit enorm gefährden. 3 Punkte erhalten Verkehrssünder, wenn sie eine Straftat begangen haben. In diesem Fall folgt in der Regel zugleich ein Fahrerlaubnisentzug.

Auch an der Löschfrist der Punkte hat sich seit der Reform etwas geändert. Demnach beträgt die Verjährungsfrist von einem Punkt mittlerweile 2,5 Jahre, während 2 Punkte erst nach 5 Jahren wieder aus dem Fahreignungsregister gelöscht werden. Wer 3 Punkte für ein Vergehen erhalten hat, muss eine Verjährungsdauer von 10 Jahren auf sich nehmen.

Ein häufiges Vergehen, für welches LKW-Fahrer in vielen Fällen Punkte erhalten, ist das Überholverbot. Ein solches Vergehen kann die eigene aber auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer enorm gefährden. Denn wer überholt und dabei eine Sachbeschädigung oder Gefährdung hervorruft, muss nicht nur mit einem Bußgeld sondern auch 2 Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot rechnen. Gerade für Berufskraftfahrer ist das eine ärgerliche Situation, weshalb diese immer über die Sanktionen für entsprechende Vergehen informiert sein sollten. Zudem fallen die Strafen für Lastkraftfahrer in der Regel deutlich höher aus, als für PKW-Fahrer, da diese eine größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen.

Weitere Informationen zum Thema „Das neue Punktesystem“ finden Sie unter www.bussgeldkatalog.com.

 

(Autor: Thiemo Schmidt, Sprecher des Verbands für bürgernahe Verkehrspolitik e. V.)

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