18. Juni 2019

Im Blickpunkt: Grüne Lieferkette

Gemeinsam mit der Lufthansa, der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport und dem Hamburger Datenspezialisten Dakosy hat Abbott ein Pilotprojekt zur papierlosen Abfertigung von Gefahrgutsendungen über das Portal „INFr8“ gestartet. Dabei erstellt das in Wiesbaden ansässige Medizintechnikunternehmen die
benötigten Gefahrgut-Beförderungsdokumente in Form eines E-document auf dem gemeinsam genutzten Portal. Wurden diese bisher ausgedruckt und im Anschluss physisch beigelegt, übermittelt das System die Daten nun elektronisch an die Airline. Dort erfolgt dann bereits im Vorfeld eine Überprüfung, ob alle erforderlichen Daten vorhanden und korrekt angegeben sind.

„Dieses Pilotprojekt ermöglicht es nicht nur, dass notwendige Medizinprodukte schneller und zuverlässiger beim Kunden ankommen, sondern leistet auch einen Beitrag zum Umweltschutz, während wir gleichzeitig unsere Quote an Zurückweisungen aufgrund von Dokumentationsfehlern minimieren“, erklärt Peter Dörr, Director International Distribution im European Distribution Center (EDC) bei Abbott in Wiesbaden. „Gleichzeitig benötigen wir aufgrund der Prozesse einen deutlich geringeren Vorlauf.“

10.000 Pakete täglich
Von Deutschland aus liefert das in Wiesbaden ansässige und global tätige Gesundheitsunternehmen Medizinprodukte in über 170 Länder weltweit. Mehr als 10.000 Pakete verlassen das Lager in Richtung Kunden: ein Drittel per Flugzeug, ein Drittel über die Straße und ein Drittel über den Seeweg. Aufgrund des lebenswichtigen Inhalts muss ein schneller und vor allem auch reibungsloser Versand gewährleistet sein. „Während sich Fehler bei einem Transport per Lkw in den meisten Fällen korrigieren lassen, ist das bei Luftfracht deutlich umständlicher. Durch das neue System verringern wir mögliche Fehlerquellen enorm“,
fügt Peter Dörr hinzu.

Fanden 2018 vor allem Testläufe statt, werden derzeit bis zu zehn Sendungen in der Woche über INFr8 abgewickelt. Wenn wie geplant zukünftig weitere Spediteure und Airlines angebunden sind, werden es bis mehrere Hundert Sendungen wöchentlich sein. „Sobald die Abläufe reibungslos sind, werden wir das Projekt auch auf die Straße ausweiten“, gibt der Director International Distribution einen Ausblick.

Green Logistics
Nicht nur bei elektronischen Beförderungsdokumenten für Gefahrgut gehört Abbott zu den Vorreitern. Nachhaltigkeit und Umweltschutz rücken auch in der Logistik mehr und mehr in den Vordergrund. „Wir haben unsere Lieferkette in den letzten Jahren immer wieder angepasst, um unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, beschreibt Peter Dörr die Prozesse bei Abbott. Um Ressourcen zu schonen, setzt der Medizintechnikhersteller vor allem auf umweltverträgliche Materialien und deren Wiederverwendbarkeit. „Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir in der Zukunft auf eine vollständig grüne Lieferkette blicken können.“

Unter dem Stichwort „Green Supply Chain“ werden verschiedene Projekte zusammengefasst, die Reduzierung und das Management des Abfalls sowie seine Wiederverwendung umfassen. Dazu gehört auch die stetige Verbesserung bei Kühlverpackungen für eine optimale Entkopplung der zu versendenden Produkte von der Umgebungstemperatur. „Ein großer Teil unserer Produkte ist temperatursensitiv, weshalb wir eine von Abbott eigenentwickelte Isolationsverpackung, die zudem eine Gefahrgutzulassung besitzt, verwenden“, erklärt Peter Dörr. Ihr modularer Aufbau erlaubt es, Verpackungen in 26 verschiedenen Varianten zur optimalen Nutzung des jeweiligen Versandvolumens zu erstellen. Derzeit verlassen 15 bis 20 Prozent aller Sendungen Wiesbaden mit dieser Verpackung. „Wir verschicken jeden Tag ca. 1.500 dieser Boxen“, sagt Distributionsleiter Dörr. Daneben setzt Abbott auf effiziente Strategien, um Verpackungsabfälle zu reduzieren bzw. zu recyceln. So werden Ressourcen geschont, durch die CO2-Reduktion entsteht zudem ein geringerer CO2-Fußabdruck. „Auch im Hinblick auf Kosteneffizienz macht das Sinn, denn mit den Anpassungen schonen wir nicht nur die Umwelt, wir optimieren auch die Kosten der Lieferkette, da weniger Material genutzt wird.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.de.abbott

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