18. Juli 2018

Freiluftunterricht zum „toten Winkel“

Abbiegeunfälle mit LKW und die Frage, wie die oft für Radfahrer und Fußgänger tödlich verlaufenden Kollisionen vermieden werden können, sind momentan ein großes Thema. Technische Assistenzsysteme, die dem Fahrer signalisieren, dass eine Person vor allem beim Rechtsabbiegen gefährdet sein kann, sind der eine Ansatz. Aufklärung über die Risiken ein anderer.

Das Unternehmen Meyer Logistics GmbH aus Schiefbahn hat eine Info-Aktion „Toter Winkel“ mit den beiden Grundschulen in Schiefbahn, einem Stadtteil von Willich am Niederrhein, gestartet. Jährlich gibt es für jede Schule einen Info-Tag auf dem Betriebsgelände des Logistikunternehmens am Nordkanal.

Zum ersten Termin kamen die beiden 4. Klassen der Hubertusschule. Kraftverkehrsmeister Markus Sommerfeld und Speditionsleiter Stefan Flatters, die die Idee entwickelt haben, hatten mit Azubi Niklas Streeck eine Open-Air-Schulstunde auf dem Parkplatz vorbereitet.

Andere Position suchen

Dort stand ein „ganz normaler“ Sattelzug mit einer Länge von knapp 19 m geparkt. Mit Pylonen und Flatterband war die Fläche markiert, die für den LKW-Fahrer beim Rechtsabbiegen nicht einsehbar ist – weder über die eigene Sicht noch über den Blick in die Spiegel. Außerdem wurde den Kindern deutlich gemacht, dass nicht alle LKW die eigentlich notwendigen sechs Spiegel haben. „Wenn du den Fahrer nicht erkennen kannst, stehst du im toten Winkel und solltest eine andere Position suchen“, erläuterte Sommerfeld.

Die Kinder konnten beide Perspektiven erleben – wie sie sich neben einem so großen Fahrzeug fühlen und wie der Fahrer des LKW die Situation wahrnimmt. Jedes Kind durfte sich auch einmal hinter das Steuer in der Fahrerkabine setzen. „Es ging uns darum, den Kindern zu erklären, wie wichtig das Sehen und Gesehen werden ist“, so Flatters. Michael Meyer-Lingen, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, beobachtete die Unterrichtsstunde. „Wir finden es gut, dass unsere Mitarbeiter die Initiative ergriffen und das Konzept entwickelt haben“, meinte er.

Nach dem Anschauungsunterricht erhielt jedes Kind noch eine Info-Mappe mit Bildern und Texten, die die Inhalte der Stunde wiederholten. Danach ging es – ausgerüstet mit neongelben Warnwesten – zurück in die Schule. (jpn)

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Matthias Frank 25. Juli 2018 | 08:24 Uhr
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