04. September 2018

Autobahnbau in Schleswig-Holstein zieht sich

Während andere Großprojekte in Schleswig-Holstein stocken, wird zumindest auf der Autobahn 7 kräftig gebaut. Voran geht es auch auf der viel befahrenen Bundesstraße 404, wenngleich deutlich langsamer. Stillstand herrscht aber bei der Küstenautobahn A20. „Sie ist aktuell nicht nur eines der größten Autobahnprojekte in Deutschland, sondern auch das ökologisch sensibelste Infrastrukturvorhaben“, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Gemeinsam mit der von Bund und Ländern getragenen Projektgesellschaft Deges sei er in Gesprächen mit Naturschutzverbänden, um vielleicht die Klagen doch noch abzuwenden. Bei der Deges sieht Buchholz das Projekt in guten Händen. „Nicht zuletzt, weil die Länder ab 2021 ohnehin nicht mehr für Autobahnen zuständig sein werden, sondern dies die Aufgabe der neuen Bundesinfrastrukturgesellschaft IGA sein wird.“ Bund und Land zeigten bei A7 und A21, dass es mit dem Infrastrukturausbau durchaus vorangeht.

Autobahn 21

Noch immer ist die Bundesstraße 404 zwischen Kiel und Löptin nicht zur A21 ausgebaut. 14,5 km fehlen noch. Zunächst folgt der 6,2 km lange Abschnitt zwischen Nettelsee und Klein Barkau (Kreis Plön). Er wird für 65 Mio. EUR ausgebaut. Auf 50 km ist die ehemalige B404 zwischen der A1 bei Bargteheide und Löptin bereits zur A21 ausgebaut. Wann sie bis nach Kiel hineinführen wird, ist aber weiter unklar.

Autobahn 7

Gut voran kommt der sechsspurige Ausbau entlang der A7 von der Anschlussstelle Hamburg-Schnelsen bis zum Autobahndreieck Bordesholm. Diese Abschnitt soll bis Ende des Jahres fertig sein. Die 65 km lange Strecke setzt Autofahrer wegen Baustellen seit Ende 2014 regelmäßig harten Geduldsproben aus, sie soll aber bis Ende des Jahres fertig sein. Die Baukosten belaufen sich auf rund 340 Mio. EUR.

Kurz vor Hamburg staut es sich fast täglich in Richtung Hansestadt von der A 23 aus Richtung Pinneberg und auf der A7 von Quickborn. Der Bau von zwei Autobahn-Deckeln auf Hamburger Gebiet ist noch nicht beendet. Ende 2019 soll zumindest der erste davon fertig sein. Für einen dritten Tunnel läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren.

Bis 2026 ist ein Ersatz für die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg notwendig. Die Deges hat die Entwurfsplanung für den sechsstreifigen Neubau erstellt, das Bundesverkehrsministerium prüft aber noch. Die Gesamtkosten werden mit etwa 250 Mio. EUR angegeben. Die A7 soll zwischen dem Kreuz Rendsburg und der Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf auf sechs Spuren ausgebaut werden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Buchholz setzen sich für einen sechsspurigen Ausbau der Nord-Süd-Tangente bis zur dänischen Grenze ein.

Autobahn 20

Die aus dem Raum Stettin kommende Küstenautobahn endet seit Jahren östlich von Bad Segeberg. Im November verhandelt das Bundesverwaltungsgericht über vier Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt westlich der Stadt bis zur A7. Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Weiterbau rund um Segeberg vor Jahren gestoppt, weil der Fledermausschutz bei den Planungen nicht genügend Beachtung gefunden hatte. Die Nachbearbeitung dauert noch. (dpa/ben)

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