|  19. Juli 2016

Baden-Württembergs Spediteure fordern Ausbau der Verkehrswege

Baden-Württembergs Spediteure fordern von der Landesregierung die Sanierung und den Ausbau der Verkehrswege voranzutreiben. „Die andauernden Verzögerungen bei Bauprojekten behindern uns sehr“, kritisierte der Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) Karlhubert Dischinger auf der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Ulm. Dischinger sprach sich dafür aus mehr Planungskapazitäten in den Straßenbaubehörden zu schaffen, damit entschiedene Projekte auch tatsächlich gebaut würden.

Dischinger forderte seine Branche auf, angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdruck von osteuropäischen Transportunternehmen auf deutsche Frachtführer und LKW-Speditionen mahnte Dischinger einen fairen Umgang mit den Fahrern an. „Wir Deutsche haben den Kampf um internationale Verkehre verloren“, sagte der VSL-Präsident.

Gastredner Günther Oettinger hielt  in Ulm ein flammendes Plädoyer für die Europäische Union. Er verwies darauf, dass Deutschlands Wirtschaft und insbesondere auch die Transportbranche ein starkes und freies Europa brauche. Die Speditionsbranche bezeichnete Oettinger als klaren Verbündeten im Kampf für Europa. Denn ohne grenzenlosen Transport sei eine gemeinsame Volkswirtschaft undenkbar. „Das Projekt Europa ist in Lebensgefahr“, warnte Oettinger. Schuld seien neben dem zunehmenden Populismus auch das Geschichtsvergessen der Eliten. Der zuständige Kommissar für digitale Wirtschaft forderte die Spediteure zudem dazu auf sich auf die Gigabyte-Gesellschaft vorzubereiten.  Sein Aufruf zu besseren Breitbandausbau im ländlichen Raum: „Akzeptiert lieber Schlaglöcher als Funklöcher, denn Schlaglöcher federt der Stoßdämpfer ab“, sorgte jedoch für Widerspruch bei Verbandspräsident Dischinger. Die Digitalisierung dürfe nicht dazu führen, dass der Erhalt der Verkehrswege vernachlässigt werde. (sb)

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