16. September 2016

Brunsbüttel kann auf bessere Infrastrukturanbindung hoffen

Die Entwicklung des Wirtschaftsraums Unterelbe sollten Hamburg und Brunsbüttel gemeinsam vorantreiben. Insbesondere beim Flächenmanagement kann Brunsbüttel mit freien Flächen für Industrieansiedlungen am Wasser aufwarten, die Hamburg nicht unbegrenzt bieten kann. Darauf wies Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoastParks, am Donnerstag bei den Brunsbütteler Industriegesprächen hin.

Kanzleramtsminister Peter Altmeier hob das Beispiel Brunsbüttel als Vorzeigestandort für industrielle Entwicklung hervor. "Die Verknüpfung von Industrie, Logistik und maritimer Branche ist in Brunsbüttel einmalig." Rund 12.500 Arbeitsplätze beeinflusst der ChemCoastPark Brunsbüttel, darunter knapp 4000 direkt am Standort. Mit ca. 2000 ha Fläche ist es das größte zusammenhängende Industriegebiet in Schleswig-Holstein und hat sich als Cluster für Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche entwickelt. Zudem stellt Brunsbüttel mit rund 12 Mio. t Ladung pro Jahr den sechstgrößten Seehafenstandort Deutschlands dar."Jetzt für die Logistik News anmelden"

Neben verfügbaren Flächen ist auch die infrastrukturelle Anbindung bei Ansiedlungsentscheidungen von Unternehmen ein entscheidender Standortfaktor. Hier sieht Schnabel noch weiteren Handlungsbedarf: "Der ChemCoastPark und unsere Häfen sind trimodal angebunden und gut aufgestellt, jedoch müssen wir uns bereits frühzeitig den Herausforderungen der Zukunft stellen, denn Infrastrukturausbau benötigt Zeit. Neben dem Weiterbau der A20 inklusive westlicher Elbquerung sind insbesondere der zweigleise Ausbau der Schienenanbindung zwischen Wilster und Brunsbüttel inklusive deren Elektrifizierung sowie der dreispurige Ausbau der B5 über Wilster-West hinaus die notwendigsten Infrastrukturmaßnahmen für die Unternehmen am Standort. 

Schnabel begrüßt die Erhöhung der zur Verfügung stehenden Finanzmittel im Bundesverkehrswegeplan sehr, bemängelt jedoch, dass der Ausbau der Schienenanbindung für Brunsbüttel keine Berücksichtigung gefunden hat, "obwohl diese von der Landesregierung angemeldet wurde." Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer zeigte Verständnis für die Forderung aus der Wirtschaft: "Mit dem ersten Spatenstich zum dreispurigen Ausbau der B5 zwischen Itzehoe und Wilster-West ist ein erster wichtiger Schritt getan. Natürlich muss es danach das Ziel sein, die B5 bis Brunsbüttel weiter auszubauen. Der Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel ist für Schleswig-Holstein von besonderer Bedeutung und die Landesregierung ist sich der Verantwortung bewusst, den Standort mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu unterstützen." (jpn)

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