28. Oktober 2016

BWVL-Präsident Quick fordert Investitionen in digitale Infrastruktur

Den Aufbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur hat der Präsident des Bundesverbands Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) Jochen Quick gefordert. „Die Fehler, die bei der analogen Infrastruktur gemacht wurden, dürfen sich nicht wiederholen“, warnte er auf der Mitgliederversammlung seines Verbands gestern in Hamburg. „Teilautonomes Fahren, vernetzte und intelligente Straßen werden in einigen Jahren keine Zukunftsmusik mehr sein, sondern greifbare Realität“, betonte Quick. Hierfür sei eine leistungsfähige digitale Infrastruktur erforderlich. Doch derzeit befinde sich Deutschland hier im internationalen Umfeld nur auf den hinteren Plätzen. Der BWVL-Präsident forderte deshalb deutlich mehr Investitionen in entsprechende Netze.

Angesichts des maroden Zustands vieler deutsche Straßen unterstützte Quick die Pläne für eine Bundesfernstraßengesellschaft, die bundesweit für Planung, Bau und Erhalt der Straßeninfrastruktur verantwortlich ist. „Geld gibt es derzeit genug. Doch der Staat erweist sich vielfach als unfähig, es planvoll auszugeben“, kritisierte er. Wenn Verantwortung und Kompetenz zentral gebündelt seien, könnten Prioritäten am volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen orientiert werden.

In diesem Zusammenhang warnte Quick davor bei der Ausweitung der LKW-Maut auf alle Bundesstraßen ab 2018 unterschiedliche Mautsätze für Autobahnen und Bundesstraßen einzuführen. „Höhere Mautsätze für Bundesstraßen können ein gewaltiger Treiber für Standortentscheidungen sein, diese verändern und die Wirtschaftskraft in der Folge in autobahnfernen Regionen stark gefährden.“

„Moderne Verkehrsinfrastruktur bleibt ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands“, unterstützte Eduard Oswald, Präsident des Verbands Pro Mobilität. Trotz der Auszeichnung Deutschlands als Logistikweltmeister gäbe es keinen Anlass sich auszuruhen. „Unsere Verkehrsnetze sind in die Jahre gekommen“, sagte Oswald. „Wenn sich daran nichts ändert, dann verlieren wir bei Verkehr und Logistik den Anschluss.“ (sb)

 

 

Kommentare

Kommentar veröffentlichen
Nur an die Redaktion senden

Captcha:*



* - Pflichtfeld