|  23. Mai 2018

IHK Duisburg fordert Krisenplan

Die IHK Duisburg fordert einen Krisenplan für die Stadt. „Wir müssen den Eindruck vermeiden, dass Duisburg auf der Straße nicht mehr erreichbar ist“, sagte Burkhard Landers, Präsident der IHK Duisburg vor der Presse. Logistik- und Versorgungsketten müssten so abgesichert werden, dass im Ernstfall schnell Neben- und Ausweichstrecken ausgewiesen werden könnten. Alle Beteiligten müssten genau wissen, was im Ernstfall zu tun sei. Dazu müsse eine Art Krisenplan bereit liegen. Hier sei vor allem die Kommune gefordert, dann schnell zu reagieren und beispielsweise Schilder aufzustellen oder einen Shuttledienst mit Binnenschiffen einzurichten. „Wir müssen auf solche Situationen vorbereitet sein“, fügte Landers hinzu. Dass Speditionen und Transportunternehmen Duisburg bereits meiden und Verkehre auf andere Umschlagplätze wie Neuss oder Venlo verlagern, ist ihm aber bislang nicht bekannt.

Nervosität in der Wirtschaft
Nach einem Brand unter der quer durch Duisburg verlaufenden A59 mit einer tagelangen Vollsperrung und vielen maroden Brücken in der Region, unter anderem der Rheinbrücke auf der A40, mit deren Vollsperrung angesichts zahlreicher Risse im Bauwerk immer wieder zu rechnen ist, herrscht in der Wirtschaft der Region Nervosität. Schließlich ist Duisburg mit dem größten Binnenhafen Europas eine überregional bedeutende Logistikdrehscheibe.

Baumaßnahmen besser koordinieren
Erst kürzlich hatte die IHK daher einen Zehn-Punkte-Plan für Duisburg vorgelegt. Denn am gesamten Niederrhein stehen in den kommenden 10 bis 15 Jahren zahlreiche Infrastrukturvorhaben auf der Agenda: außer dem Neubau der Rheinbrücke auf der A40, die Berliner Brücke auf der A59, das Autobahnkreuz Kaiserberg A40/A3 oder auch der Karl-Lehr-Brückenzug in Duisburg-Ruhrort. Um die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandorts aufrecht zu erhalten, ist laut IHK daher unter anderem ein funktionierendes Baustellenmanagement dringend erforderlich. Baumaßnahmen müssten besser koordiniert und abgestimmt werden – und zwar von Bund, Land und Kommune gemeinsam. Damit könne nicht zuletzt eine zeitgleiche Sperrung von Ausweichrouten vermieden werden.Im November soll nach Informationen der IHK auf der A40-Rheinbrücke die erste LKW-Waage installiert werden. Die zweite Waage in entgegengesetzter Fahrtrichtung soll kurz darauf folgen. Damit sollen – anders als auf der Rheinbrücke auf der A1 bei Leverkusen – nur LKW mit mehr als 44 t Gewicht, also mehr als dem zulässigen Gesamtgewicht, aus dem Verkehr gezogen werden. Nach einer Studie der IHK belasten vor allem solche übergewichtigen LKW die Stabilität der Brücke in besonderem Maße. In Leverkusen gilt die Sperrung für LKW ab 3,5 t.

A40-Brücke: Planung könnte sich verzögern
Für den Neubau der Rheinbrücke auf der A40 ist das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Es soll Anfang 2019 abgeschlossen sein. Dann könnte Ende 2019 der Baubeginn für den ersten Abschnitt erfolgen. Bestenfalls könnte die Brücke 2026 fertiggestellt sein.

Allerdings befürchtet die IHK, dass sich die Planung durch die Forderung nach einem breiteren Radweg auf der Brücke um ein Jahr verzögern könnte. Die IHK appelliert daher an alle Beteiligten, dieses für den Wirtschaftsstandort so wichtige Projekt dadurch nicht noch weiter zu verzögern.

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