|  14. Dezember 2017

Der digitalisierte Transporter kommt

Wie muss sich ein Transporter – vor allem wenn er als Kep-Fahrzeug genutzt wird – in die digitale Welt einpassen? Mit dieser grundlegenden Frage setzen sich die Entwickler von Mercedes-Benz Vans seit längerem auseinander und haben viele ihrer Überlegungen in die Konzeption der dritten Generation der Transporterbaureihe Sprinter einfließen lassen. Das ehrgeizige Ziel: Der Neue soll vom reinen Nutzfahrzeug zu einer Systemlösung werden, bei der die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung im Vordergrund stehen.

Kep-Dienste im Fokus der Entwickler
Einen ersten Einblick in die Technik des Fahrzeugs, das im Februar 2018 auf den Markt kommen wird, gewährte Mercedes-Benz Vans gestern in Stuttgart. Dabei wurde rasch klar, dass vor allem die zu erwartenden Probleme in der urbanen Versorgung – getrieben vom Wachstum der Städte und dem weiter prosperierenden E-Commerce – eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der neuen, digitalen Module rund um den Sprinter gespielt haben: Die Bedürfnisse der Kep-Branche sowie der Online-Lebensmittelhändler zogen sich wie ein roter Faden durch die einzelnen Themenkreise. Um hier den Sprung in das „Internet der Dinge“ zu schaffen, stattet Mercedes alle Fahrzeuge mit der notwendigen Hardware für die Internetanbindung aus – die wichtigste Voraussetzung, um digitale Dienste und Lösungen im Fahrzeug nutzen zu können.    

Vernetzte Flottenmanagement-Lösung
Zentrales Element ist dabei Mercedes Pro, eine Flottenmanagement-Lösung für kleine und mittlere Fuhrparks. Deren Vernetzungs- und Telematiklösungen sollen wesentlich zur Optimierung des Fahrzeugeinsatzes beitragen, beispielsweise durch ein übersichtliches Fahrzeugtracking oder die Darstellung der wirtschaftlichen Kennzahlen. Zu den Diensten zählen beispielsweise Fahrzeugstatus, Fahrzeuglogistik, Flottenkommunikation, Wartungs- und Unfallmanagement oder ein digitales Fahrtenbuch. Alle Vernetzungsangebote werden unter Mercedes PRO connect zusammengefasst. Der webbasierte Service für Fuhrparkkunden vom Kleinstgewerbe bis hin zu Großkunden verbindet den Fuhrparkmanager über das Fahrzeugmanagement-Tool mit allen Fahrzeugen und Fahrern in seiner Flotte. Damit können Aufträge online gesteuert und Fahrzeuginformationen wie Standort, Kraftstoffvorrat oder Wartungsintervalle nahezu in Echtzeit abgefragt werden.

Der Laderaum wird transparent
Eine intelligente Vernetzung und die Interpretationen der gesammelten Daten ermöglichen neue Dienste mit unmittelbarem Mehrwert. Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist die Vernetzung des Laderaums: Beispielsweise bei Kurierfahrten können Fahrer und Fuhrparkmanager in Echtzeit den Bestand im Auge behalten. Die im Fahrzeug erhobenen Daten werden über eine Cloud-Infrastruktur mit den Fuhrparkmanagern geteilt. Eine Besonderheit dabei ist, dass Kep-Dienste nun ihre Aufträge und Routen dynamisch mit externen Ereignissen wie zum Beispiel Staus abgleichen können. Das eröffnet die Möglichkeit, einerseits die Routenführung situationsgerecht zu optimieren und andererseits die Empfänger präzise über die Ankunftszeit zu informieren.     

2019 kommt der Elektro-Sprinter
In den kommenden Jahren will Mercedes-Benz alle Transporter-Baureihen elektrifizieren. Den Anfang machte der E-Vito, der seit wenigen Tagen bestellbar und in der zweiten Jahreshälfte 2018 verfügbar ist. Der E-Sprinter soll in 2019 auf den Markt kommen. Seine Kennzahlen: Mit einem rund 360 kg schweren, unterflur montierten 3er-Batteriepack soll der große Transporter zwischen 150 und 200 km weit kommen – eine vierte Batterie kann bei Bedarf zusätzlich montiert werden. Über eine Schnellladestation können die Akkus innerhalb von 30 bis 60 Minuten wieder geladen werden. Erlaubt der Einsatzzweck die Aufladung über Nacht, empfiehlt sich eine konventionelle Ladestation, die für den Vorgang rund sechs Stunden benötigt. Zusätzlich zu den Fahrzeugen bietet Mercedes die Ladeinfrastruktur an und konzipiert entsprechend den Einsatzprofilen ein individuelles Energiemanagement.

Eine konstruktive Besonderheit des E-Sprinters ist, dass er mit Vorderradantrieb geliefert wird. Das erlaubt es, die Ladefläche im Vergleich zum Diesel-Sprinter mit Hinterradantrieb um 80 mm abzusenken – speziell im Kep-Segment eine wichtige Arbeitserleichterung.

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