27. November 2018

Modularer Umschwung

"Komplettladungen kann jeder". Mit dieser Überzeugung hatte sich Jens Krause schon kurz nach der Gründung seiner Spedition im Jahr 2007 auf die Stückgutlogistik von Frischware wie Obst und Gemüse spezialisiert. Seitdem ist das in Celle beheimatete Unternehmen sehr erfolgreich gewachsen und verfügt mittlerweile über einen eigenen Fuhrpark mit 30 Kühlzügen und zwei Verteilerfahrzeugen. Bereits 2012 hatte die Firma Dimensionen angenommen, die sich kaum noch mit Excel-Tabellen verwalten ließen.

Schrittweise erweitern

Das galt vor allem für die vielen gebrochenen Verkehre, wie sie im Stückgutbereich unumgänglich sind. Für die eingesetzten Empfangsspediteure wurde zum Beispiel eine Funktion benötigt, um die Borderos zu digitalisieren. Außerdem mussten Begegnungsverkehre und diverse Teilstrecken abgebildet werden. Vor diesem Hintergrund suchte Krause nach einer passenden Speditionssoftware und nahm vier potenzielle Anbieter unter die Lupe. Am Ende des Auswahlverfahrens entschied er sich für die Lösung OnRoad von BNS.

"An OnRoad gefällt mir der modulare Aufbau, wodurch ich die Einsatzfelder der Software schrittweise erweitern kann", erklärt der Unternehmer, der inzwischen fast alle Module und einige Schnittstellen von OnRoad einsetzt. Dafür habe er seine Mitarbeiter regelmäßig für neue Funktionen geschult und die Arbeit mit OnRoad permanent intensiviert. Unter anderem seien wichtige Controlling- und Abrechnungs-Funktionen hinzugekommen, die zum Beispiel der automatischen Erfassung von Standgeldern dienen.

Durchgängig disponieren

Gleich zu Beginn hatte Krause das Teilstreckenmodul sowie das Multisendungs-Splitting eingeführt. Die Funktionen ergänzen die bewährte Teilung von Sendungen beim Vorholen und Ausliefern und erlaubt das Aufteilen von Sendungen in beliebig viele Zwischenstrecken. Damit wird eine durchgängige zentrale Disposition unter Einbeziehung von Depots oder anderen Zwischenstationen realisiert. Das Routing bildet die einzelnen Teilstrecken schon bei der Sendungserfassung und greift dabei auf die Routingtabellen der betreffenden Empfangsspediteure zurück. So kann jedes Empfangsdepot bereits zum Zeitpunkt der Erfassung am Ausgangsort auf die Sendungsdaten zugreifen und frühzeitig disponieren. Das Multisendungs-Splitting liefert zugleich die Vorlage für die Abrechnung.

Ebenfalls sehr früh hatte Krause OnRoad um die Telematikschnittstelle ergänzt und zeitgleich in die Telematiklösung von Spedion investiert. "Spedion wurde uns von BNS empfohlen, zumal sich die Kombination von OnRoad mit der Spedion-App bereits vielfach in der Praxis bewährt hatte", erinnert sich Krause, der seine Fahrer für diesen Zweck mit Samsung-Tablets ausgerüstet hat.

Fehlerfrei übertragen

Alle wichtigen Funktionen der Spedion-App sind in OnRoad integriert. Ohne OnRoad verlassen zu müssen, sehen die vier bei Krause beschäftigten Disponenten die per App generierten Positionsmeldungen, Tour- und Sendungsinformationen sowie die Lenk- und Ruhezeiten. Außerdem können Freitextnachrichten geschrieben, versendet und empfangen werden. "Mit OnRoad können wir jetzt das gesamte Tätigkeits- und Statusmanagement in einem zentralen System bearbeiten", stellt Krause fest. Dazu zählt vor allem das direkte Versenden der Touren aus OnRoad zu den Tablets der Fahrer. Diese können ihre Aufträge anschließend abarbeiten und dabei die integrierte Truck-Navigation nutzen. "Das schriftliche Übermitteln der Aufträge wird vor allem von unseren ausländischen Fahrern sehr geschätzt, da es damit keine Übertragungsfehler mehr gibt," erläutert Krause.

Einen weiteren Nutzen bietet das Modul OnStorage, mit dem Krause die Ersatzteile seiner Werkstatt und die im Kühllager erwirtschafteten Erlöse verwaltet. In der erst 2017 errichteten Umschlag- und Logistikhalle bietet der Spediteur Lagerflächen und Dienstleistungen wie Umpacken, Kommissionieren sowie das Durchführen von Qualitätskontrollen. OnStorage ist in OnRoad integriert, so dass beide Anwendungen mit einer gemeinsamen Datenbank arbeiten.

Automatisiert abrechnen

Als weiteren großen Vorteil von OnRoad sieht der Spediteur "die fast unbegrenzten Möglichkeiten, individuelle Kundentarife und Konditionen im System zu hinterlegen". Schließlich bestehen mit fast allen Kunden gesonderte Vereinbarungen für Nebenleistungen oder Dieselzuschläge, die durch OnRoad ohne manuellen Eingriff verarbeitet werden. Auf dieser Basis kann die tägliche Abrechnung von nur drei Mitarbeitern in kürzester Zeit bewältigt werden. Dabei spielt auch das Modul OnArchive ein wichtige Rolle, denn das in OnRoad integrierte Archivierungssystem stellt für die automatisierte Fakturierung die Belege bereit. Diese werden nach der Rückkehr der Fahrer gescannt und dabei mit den zugehörigen Sendungsnummern "verheiratet". In Zukunft könnte auch dieser Schritt vereinfacht werden: Krause denkt darüber nach, die Fahrer die quittierten Belege mit der App fotografieren und an die Zentrale senden zu lassen.

Auf dem Weg zur durchgehenden Digitalisierung wäre dies aber nur ein kleiner Zwischenschritt. Wesentlich mehr Potenzial bietet die jetzt bei Krause eingeführte XML-Schnittstelle. Damit können Großkunden ihre Aufträge direkt aus ihrem ERP-System an OnRoad übertragen, so dass von Anfang an die exakten Auftragsdaten zur Verfügung stehen. "Das ist die Voraussetzung für digitale Ablieferbelege", erklärt Krause, der für kleinere Kunden die Online-Sendungserfassung OnWeb eingeführt hat. OnWeb wird bereits von den ersten Kunden genutzt, die im Gegenzug ihre Sendungen tracken können.

Flexibel anpassen

Bei jeder Systemerweiterung steht Krause in engem Kontakt zu den Beratern von BNS. "Auf Fragen und Probleme reagiert BNS sehr kurzfristig", lobt Krause, der bei dem Düsseldorfer Softwarehaus bereits einige individuelle Anpassungen beziehungsweise Workflows in Auftrag gegeben hat. Als Beispiel nennt er die automatisch generierten Meldungen für Disponenten, sobald einer der Lkw länger als 60 Minuten an einer Rampe warten muss. Die meisten Wünsche ließen sich jedoch durch einfaches Konfigurieren von OnRoad realisieren. "OnRoad ist extrem anpassungsfähig und flexibel", bestätigt Krause, der diese Eigenschaft auch in Zukunft stark nutzen wird. (mw)

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