|  19. April 2018

Dachser überwindet 6-Mrd.-Umsatzmarke

Der Dachser-Konzern hat im vergangenen Jahr erstmals mehr als 6 Mrd. EUR umgesetzt. Mit 6,12 Mrd. EUR konnte ein – weitgehend organisches – Plus von 7,2 Prozent erzielt werden, das größte Umsatzwachstum seit 2013, berichtete CEO Bernhard Simon in München. Das Ergebnis sei „zufriedenstellend ausgefallen“ und auf „einem sehr ähnlichen Niveau wie im Vorjahr“, zeigte er sich gewohnt zurückhaltend. Für 2016 hatte der im „Bundesanzeiger“ veröffentlichte Konzernabschluss einen deutlich verbesserten Konzernjahresüberschuss von rund 188 Mio. EUR nach Steuern ausgewiesen.

Einen großen Teil zum Wachstum trug die Sparte Air & Sea bei. Unterstützt durch die anziehenden See- und Luftfrachtraten konnte der Umsatz um fast 16 Prozent auf 1,79 Mrd. EUR gesteigert werden, bilanzierte Simon. Gleichzeitig profitierte das Unternehmen vom starken Welthandel und dem dadurch gestiegenen Transportvolumen. So konnte Dachser seine Sendungszahlen in der Seefracht um 8,2 Prozent und in der Luftfracht um 5,4 Prozent steigern, die Tonnage legte um jeweils gut 20 Prozent zu.

Trotz einer unterdurchschnittlichen Umsatzentwicklung ist das Segment European Logistics mit einem Umsatz von 3,57 Mrd. EUR (plus 2,1 Prozent) unverändert die tragende Dachser-Säule. Hier habe sich die gezielte Ausrichtung auf die grenzüberschreitenden Verkehre ausgezahlt. Vor allem in Nord- und Zentraleuropa legte Dachser überdurchschnittlich zu; Frankreich habe sich neben Deutschland zum zweiten Motor des grenzüberschreitenden Landverkehrsgeschäfts entwickelt.

Die zweite Säule im Geschäftsbereich Road Logistics, die Lebensmittellogistik, schaffte einen Umsatzsprung. Die Erlöse stiegen um 7,3 Prozent auf 871 Mio. EUR. Hierzu trugen ein gutes Deutschland-Geschäft sowie signifikante Kapazitätserweiterungen bei.

Mit 723 Mio. EUR steuern die Kontraktlogistikaktivitäten inzwischen einen erheblichen Anteil zum Umsatz der beiden Geschäftsfelder Road Logistics und Air & Sea bei. Derartige Leistungen werden an 171 Stationen weltweit angeboten.

Im laufenden Jahr will Dachser die Investitionen deutlich steigern. Wurden 2017 rund 136 Mio. EUR vor allem in den Ausbau europäischer Netzwerkstandorte und der Kontraktlogistik investiert, so sieht das Budget nunmehr 188 Mio. EUR vor. Damit reagiere das Unternehmen auf das beschleunigte Wachstumstempo, erläuterte Simon.

Zu den wichtigen Hausaufgaben zählt Simon die Citylogistik. Zwar gehöre die Belieferung von Innenstädten nicht zum Dachser-Kerngeschäft, jedoch „bereiten wir uns auf Veränderungen vor“, verweist er auf mögliche Dieselfahrverbote oder autofreie Innenstädte. „Wir wollen die Änderungen aktiv mitgestalten“, so sein Anspruch. Deshalb hat Dachser im Rahmen des Projekts „City Distribution“ verschiedene Maßnahmen entwickelt, mit denen Niederlassungsleiter aktiv auf die kritischen Regionen ihres Liefergebiets zugehen können. Dazu gehörten auch Praxistests, die E-Mobilität einschließen.

Auf die zweite zentrale Herausforderung der Gegenwart, den Fahrermangel, hat Dachser bereits mit einer eigenen Ausbildungstochter reagiert – auch wenn Dachser selbst keine Fahrer beschäftigt. Die ersten 22 Auszubildenden schlossen ihre Ausbildung 2017 ab. Gleichzeitig starteten über 100 angehende Fahrer neu. Dieses Konzept „wollen wir ins europäische Ausland exportieren, zunächst nach Österreich“, kündigte der Dachser-Chef an.

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