|  26. Februar 2019

Der Disponent als Quereinsteiger

Vom Bürokaufmann zum Disponenten? Neu denken, quer einsteigen – Sprünge nach links und rechts machen langsam Schule. Während in kreativen Berufen schon seit den Neunzigern der frische Wind branchenfremder Mitarbeiter geschätzt wird, tun sich gerade traditionelle Branchen wie die Logistik noch schwer, von der Norm abzuweichen. Personalentwicklung nach festen Vorgaben ist jedoch nicht mehr mit dem heutigen Arbeitsmarkt vereinbar. Der Mut zu Quereinsteigern zahlt sich aus.

Sich von alten Vorgaben lösen

Die Logistikbranche hat verstanden, dass der Markt ein anderer geworden ist. Die Digitalisierung, der Wettbewerb und die Globalisierung fordern ein Umdenken. Sich auch bezüglich Recruitment von Vorgaben zu lösen, ist eine wichtige Weichenstellung auf dem Weg in die moderne Logistik. Sie hat noch nicht einmal die Wahl. Aufgrund von akutem Fachkräftemangel steht die Branche mit dem Rücken an der Wand. Wie dramatisch die Lage ist, hat 2017 eine BVL-Umfrage ergeben. Danach bleibt bei 35 Prozent der Branchenunternehmen die Hälfte der offenen Stellen auch nach zwölf Monaten unbesetzt. Da liegt es doch nahe, nach links und rechts zu schauen und zu begreifen, dass das Gute nicht immer nur an bekannter Stelle zu finden ist.

Gesucht, gefunden

Neben LKW-Fahrern sind es vor allem Disponenten, die händeringend gesucht werden. Bleiben wir beim Beispiel Disponent: Hier hat sich bereits gezeigt, dass sich das Abweichen von herkömmlichen Wegen schnell auszahlen kann. Das Weiterbildungsangebot für angehende Disponenten ist vielseitig, bezahlbar und bezüglich Aufwand überschaubar. Lediglich einen kaufmännischen Abschluss muss ein Quereinsteiger mitbringen. Abgesehen von den formalen Voraussetzungen ist natürlich die persönliche Eignung wichtig. Eine selbstständige Arbeitsweise sowie Organisationsgeschick sollten vorhanden sein. Die Weiterbildung zum Disponenten dauert dann meist nur wenige Tage, je nach Ausrichtung und Anbieter. Sie befähigt, in der Disposition zu arbeiten. Denn ohne fähige Disponenten würde bei dem einen oder anderen Logistikunternehmen sicher der Betriebsgewinn schrumpfen. Warum also nicht den Quereinsteigern eine Chance geben?

Weiterbildung wichtig

Die Arbeitsfelder in der Logistik verändern sich kontinuierlich. Es wird immer schwieriger, sie mit klassischen Ausbildungswegen nachhaltig zu hinterlegen. Nicht die fachgebundenen Eigenschaften machen heute die Qualität des Personals aus. Kreativität oder analytisches Denken sind nicht an Branchen gebunden und lassen sich nicht durch bestimmte Studien- oder Berufsabschlüsse erwerben. Wichtig ist das jobspezifische Schulen. Zunehmend wird das Thema Weiterbildung einen festen Platz in unternehmerischen Organisationen einnehmen und ist letztendlich der Weg, sich mit Quereinsteigern die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Sicht- und Herangehensweisen

Unternehmen profitieren von Quereinsteigern. Sie bringen Kompetenzen aus anderen Berufen mit, die sie im neuen Job einbringen können. So entstehen Synergieeffekte. Ihr Blickwinkel von außen fördert zudem ein Überprüfen und vor allem Hinterfragen der Abläufe und Strukturen.

Deutsche Unternehmen müssen also umdenken. Es muss auch gedeihen, was nicht im eigenen Haus gesät wurde. Offenheit für Branchenfremdlinge und Bereitschaft, in ihre Weiterbildungen zu investieren – wer mit diesen beiden Waffen in den War for Talents zieht, ist gut beraten.

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