|  04. Mai 2018

Dräger kämpft mit Lieferproblemen

Im Verteilzentrum des Medizin- und Sicherheitstechnikherstellers Dräger am Frankfurter Flughafen kommt es seit Monaten zu Problemen bei der Auslieferung. Entsprechende Informationen der DVZ bestätigte Melanie Kamann, die Kommunikationschefin des Unternehmens mit Sitz in Lübeck. „Wir bedauern sehr, dass unseren Kunden aufgrund des Lieferengpasses Unannehmlichkeiten entstehen“, sagte sie. Die Umstellung von Logistikprozessen Ende 2017 habe mehr Kapazitäten in Anspruch genommen als geplant. Zudem sei zeitweise fast ein Viertel der Mitarbeiter beim Logistikpartner wegen Krankheit ausgefallen. „Weil temporäre Arbeitskräfte am Arbeitsmarkt nur unzureichend verfügbar waren, konnte dieser Engpass nur teilweise kompensiert werden“, sagte die Sprecherin. Die Folge seien Rückstände bei der Bearbeitung von Bestellungen gewesen, „sodass wir unserem eigenen Anspruch an Liefertreue und -qualität nicht gerecht werden konnten“.

Logistikpartner Simon Hegele schweigt
Über den Frankfurter Standort wurden jahrelang Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien des Bereichs Medizintechnik distribuiert. Dann sollten auch Waren aus der Sicherheitstechnik über das Lager laufen. Damit hatte der Logistikpartner Simon Hegele jedoch mehr Schwierigkeiten als angenommen, wie die DVZ erfuhr. Der Dienstleister selbst hüllt sich in Schweigen. Dem Unternehmen sei es nicht möglich, sich zu laufenden Geschäftsbeziehungen zu äußern, hieß es auf Anfrage.

Lieferzeit um drei Tage verlängert
In Insiderkreisen ist die Rede von einem regelrechten „Chaos“ in dem Logistikzentrum. Die Unternehmen versuchen mit zusätzlichen Mitarbeitern und Sonderschichten die Lage in den Griff zu bekommen. In dringenden Fällen werden Sondertransporte veranlasst.

Dräger hat nach eigenen Angaben die gewohnte Standardlieferzeit um drei Tage verlängert und die Kunden gebeten, dies in ihrem Beschaffungsprozess zu berücksichtigen. „Bei Aufträgen, die ab 1. April eingegangen sind, gelingt es uns innerhalb der EU, diese Lieferzeit mit einer hohen Verlässlichkeit einzuhalten“, teilte Kamann weiter mit. Hier seien Lieferrückstände bereits „signifikant“ abgearbeitet worden. Nun gehe es vor allem darum, auch die Kunden außerhalb der EU wieder stabil beliefern zu können. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, im zweiten Quartal auch hier die Rückstände abzubauen“, sagte die Sprecherin.

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