14. Mai 2018

Laderaum verzweifelt gesucht

Die Nachfrage nach verfügbaren Frachtkapazitäten auf Europas Straßen wächst weiter. So überstieg im ersten Quartal 2018 die Zahl der Frachtangebote im Transportmarkt der EU die Zahl der Laderaumangebote in einem Verhältnis von durchschnittlich 54:46. Besonders dramatisch war die Entwicklung in den Kalenderwochen 14 und 15: Hier lag das Verhältnis von Fracht zu Laderaum bei 72:28 beziehungsweise 73:27. Dieses Ergebnis zeigt die aktuelle Marktauswertung durch das Transportbarometer der Transportplattform Timocom.

Margen dürften steigen
Im ersten Quartal des Vorjahres lag das Verhältnis von Fracht- zu Laderaumkapazitäten bei 43:57. Noch in 2016 präsentierte sich das Verhältnis im Vergleichszeitraum mit 30:70 sogar mit einem deutlichen Überhang von freien Laderaumangeboten. „Die Vorzeichen am Transportmarkt haben sich innerhalb der vergangenen drei Jahre deutlich geändert“, kommentiert Timocom-Sprecher Gunnar Gburek. „Mussten Transportunternehmer vor kurzem ihrer Marge noch hinterherfahren, können sie heute aus einem Überangebot an Transportanfragen wählen und sich diejenige Tour aussuchen, die sich am besten rechnet.“

Die Entwicklung korrespondiert mit der stark wachsenden Wirtschaft in Europa. So meldete die Statistikbehörde Eurostat für 2017 in der EU als auch in der Eurozone einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent und damit ein Zehn-Jahres-Hoch. Auch der Blick auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft zeigt einen anhaltenden Höhenflug: Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes sind die deutschen Exporte im Januar 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent gestiegen; die Importe wuchsen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,7 Prozent.

Nachfrage bleibt hoch
„Ein Ende des Nachfragehochs ist derzeit nicht in Sicht“, wagt Gburek einen Ausblick auf die weitere Marktentwicklung. „Neben Anstrengungen zur Lösung struktureller Fragen sind alle am Transport Beteiligten in der Verantwortung, mehr denn je Leerfahrten zu vermeiden und vorhandene Kapazitäten noch effizienter zu nutzen. Die Kooperationsansätze im EU-Projekt NexTrust liefern dafür gute Beispiele.“ Ziel von NexTrust ist es, Transporte durch unternehmensübergreifende Kooperationen sinnvoll und damit umweltfreundlicher zu gestalten. (ben)

Kommentare

Kommentar veröffentlichen
Nur an die Redaktion senden

Captcha:*



* - Pflichtfeld