05. Februar 2018

LKW-Fahrer schalten Lebensretter öfters ab

Nach einer Serie tödlicher LKW-Unfälle im vergangenen November hat die Polizei im Rheinland eine einwöchige Kontrollaktion gestartet. Acht Menschen waren im vergangenen Jahr bei Unfällen mit Lastwagen auf den 700 Autobahnkilometern des Regierungsbezirks Düsseldorf getötet worden. Sehr häufig wurden schwere Unfälle am Ende von Staus registriert. Die Polizei kritisierte in Düsseldorf, dass viele Fernfahrer die elektronischen Notbremssysteme ausschalten. Diese sind seit 2015 bei neu zugelassenen LKW Pflicht, die Abschaltung wird aber nicht geahndet.

Bei keinem der tödlichen Unfälle sei ein Notbremssystem vorhanden oder eingeschaltet gewesen, hieß es. Manche Fernfahrer fahren dicht auf, um im Windschatten Sprit zu sparen, und schalten das lebensrettende System deswegen ab. Andere wollen verhindern, dass die elektronischen Helfer ihren Truck automatisch abbremsen, wenn vor ihnen ein Auto einschert. PKW-Fahrer könnten ihren Teil dazu beitragen und auf derartige Manöver verzichten.

60 Polizisten waren während der Kontrollaktion „Schwer“ täglich im Einsatz. Bereits am ersten Tag seien mehr als 220 Abstandsverstöße und 18 Mal die verbotene Nutzung elektronischer Geräte am Steuer registriert worden. „Was früher der CB-Funk war, sind heute die sozialen Netzwerke“, habe ein Fernfahrer den Beamten verraten. Nach einem Unfall sei aber kaum nachzuweisen, dass der Fahrer dadurch abgelenkt war. (dpa/ben)

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