|  06. September 2017

LKW-Mautausweitung kann Schiene belasten

Unter bestimmten Bedingungen kann sich die Ausweitung der LKW-Maut auf alle Straßen und Fahrzeuge negativ auf die Schiene auswirken. Das hat Fabian Behrendt vom Fraunhofer IFF mit dem sogenannten Verkehrslogistischen Vergleichsindikator errechnet. Grundsätzlich könne das potenzielle Schienengüteraufkommen um 11 Prozent wachsen. Das wirke sich allerdings negativ auf die Schieneninfrastruktur aus, was sich in der Berechnung mit etwa minus 10 gewichteten Prozentpunkten niederschlägt.

Gewichtet heißt hier, dass unter anderem der Modal Split mit eingerechnet wurde. Bei der Straße ergebe sich der umgekehrte Effekt, der Zuwachs liege hier bei gut 8 gewichteten Prozentpunkten Mehreinnahmen für die Straße. Zu erklären ist diese Entwicklung durch den Charakter der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung. Wegen des angestrebten zweckgebundenen Finanzierungskreislaufes fließen die Mehreinnahmen aus der LKW-Maut in den Erhalt und Ausbau der Straße. Sollte in die Schiene vergleichsweise weniger investiert werden, führt die Mehrbelastung zu einer negativen Entwicklung. Der gewünschte Effekt der Mautausweitung wäre damit obsolet. Um dem entgegenzuwirken, müssen zusätzliche Investitionen in die Schiene getätigt werden.

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