27. November 2018

Was verdienen Disponenten heute?

Sie sind für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere Produktivität und Qualität!“ Der Satz aus einer aktuellen Stellenanzeige trifft den Nerv des Disponenten. Gesucht wird hier ein mit allen Wassern gewaschener Disponent 4.0. Der Bedarf nach dieser Kompetenz ist groß. Vom Organisator zum Berater, vom Zuteiler zum IT-Spezialisten – der Disponent hat Karriere gemacht. Ob sich auch die Vergütung entsprechend mitentwickelt, nehmen wir mit Hilfe des Gehaltsreports von BirdieMatch, der Online-Job-Matching-Plattform für Logistikjobs, unter die Lupe.

 

Entscheidende Bedeutung für das Unternehmen

Die Fäden laufen bei ihm zusammen. „Der Disponent hat heute den wichtigsten Part im Tagesgeschäft der Spedition, denn in der Disposition wird Geld verdient, aber auch Geld verbrannt“, so Mario Hintze, Geschäftsführer der internationalen Spedition Hardy Hauptmann aus Hamburg. Der Disponent bildet die Schnittstelle zwischen Kunde, Buchhaltung, Einkauf und Produktion. Er bringt die verschiedenen Akteure der Logistik zusammen. Immer mehr entwickelt er sich zum Berater, der Kunden hilft, Lieferketten zu optimieren.

Der Disponent von heute braucht viel IT-Kompetenz

In den kommenden Jahren erwarten wir noch mehr digitale Transformation. Prognosen sagen die komplette Digitalisierung des Speditionsgeschäfts voraus. Immer höher sind die Anforderungen an Disponenten bezüglich IT-Kompetenz und Projektmanagement. Macht er einen guten Job, zahlen seine Entscheidungen auf das Betriebsergebnis ein. Eine lineare Darstellung der Vergütung ist schwierig, da Faktoren wie Qualifikation, Region, Geschlecht oder Unternehmensgröße entscheidend sind.

Das Einstiegsgehalt: Die Ausbildung macht den Unterschied Hochschulabsolventen und Speditionskaufleute arbeiten als Disponenten. Während Kaufleute mit Disponenten-Status meist ihr Karriereziel erreicht haben, betrachten sich Absolventen als Einsteiger. Das Start-Gehalt liegt zwischen 2.500 und 3.200 Euro brutto monatlich. Kaufleute liegen im Schnitt mit 2.100 bis 2.800 Euro etwas darunter. Global Player zahlen deutlich mehr als Mittelständler. Wer ins gehobene Management aufsteigt, rechnet mit dem 1,5-fachen oder auch einer Verdoppelung seines Grundgehaltes. 

Angebote für Jobsuchende deutlich unter Durchschnittsgehältern

Laut BirdieMatch bieten Unternehmen ihren Bewerbern ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 35.984 Euro an. Die Höhe des Einkommens hängt nicht nur von unterschiedlichen Vorbildungen und Firmen ab, sondern auch von der Komplexität des Beschäftigungsfeldes und der Verantwortung.

Gehälter nach Regionen – im Süden wird besser bezahlt

Auch der Standort des Arbeitgebers hat Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Im Bruttojahresvergleich besetzen die Bundesländer im Osten mit durchschnittlich 32.857 Euro das Schlusslicht. Wer mehr verdienen möchte, zieht in südliche Gefilde (39.375 Euro) oder in den Norden (39.667 Euro). Im Mittelfeld rangiert die Region Mitte/West mit 38.125 Euro.

Disponentinnen verdienen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen

Ein klarer Unterschied ergibt sich bei der Betrachtung des Geschlechter-Vergleichs: Frauen beziehen mehr als 5.000 Euro weniger im Jahr. Ihre Verdienstmöglichkeiten liegen zwischen 20.001 und 70.000 Euro. Die Angaben der Männer liegen in derselben Range, haben aber einen deutlich höheren Mittelwert.

Im Vergleich mit anderen Logistik-Einkommen

Hochschulabsolventen mit IHK-Abschlüssen können sich mit ihrem Jahresgehalt klar vor Sachbearbeitern und Speditionskaufleuten positionieren. Ein vergleichbares Gehalt erzielen Lagerleiter. Deutlich zurück bleiben sie hinter Mitarbeitern aus Vertrieb und Operations. Für die Besetzung einer Leitungsstelle fordern 75 Prozent der Unternehmen sechs bis zehn Jahre Berufserfahrung. Die Gehälter liegen dann zwischen 45.001 und 70.000 Euro. 

Weiterbildungen ebnen den Weg

Viele Disponenten verfügen über gute Fachkenntnisse, unterschätzen aber die Bedeutung von kommunikativen Kompetenzen. Da sie als Mittler zwischen verschiedenen Bereichen tätig werden, brauchen sie Qualifizierungen in diesem Bereich. Auch Arbeitsorganisation und IT-Verständnis sind wichtige Themen. Weiterbildungen öffnen die Türen zum mittleren oder höheren Management und zu höheren Gehaltsstufen. 

Mit monetärer Wertschätzung Mitarbeiter halten und motivieren

Fazit: Disponenten werden auch in Zukunft unverzichtbar bleiben. Die Anforderungen sind höher denn je. Grundsätzlich ist das Einstiegsgehalt gut, im Laufe der Karriere sollte sich das Gehaltsgefüge jedoch noch mehr nach oben anpassen. Kompetenzen sind stark von Weiterbildung abhängig. Die erlangte Expertise muss monetär abbildbar sein. Auch Spediteur Mario Hintze weiß, dass in Zeiten des Fachkräftemangels die Wertschätzung umso wichtiger ist. „Bei uns haben wir ein familiäres Arbeitsklima und zahlen besser als Großunternehmen.“ Damit kann er auf seine langjährigen Mitarbeiter bauen. Seiner Meinung nach werden junge Menschen in der Branche häufig schlecht bezahlt. Sie wechseln schnell ihre Arbeitgeber, weil sie in einem anderen Unternehmen 300 Euro mehr verdienen. (tof)

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