04. April 2016

Für Luftfracht per LKW gilt Landfrachtrecht

BGH Bei Luftfrachtsendungen, die per LKW zu einem weiter entfernten Flughafen gefahren werden, gilt bei Verlust mit unbekanntem Schadensort die höhere Haftung nach dem Landfrachtrecht (Urteil des Bundesgerichtshofs, BGH, Az. I ZR 87/14 vom 10. Dezember 2015).

Der Fall: Der Versender beauftragt einen Spediteur, zwei Europaletten mit 900 Mobiltelefonen (Gewicht 470 kg) zu festen Kosten mit der „Luftfracht ex Bochum nach Singapur“. Das eingeschaltete Luftfahrtunternehmen stellt einen Luftfrachtbrief aus und befördert die Sendung per Straße von Bochum über Düsseldorf nach Paris zur Verladung nach Singapur. In Singapur wird die äußerlich einwandfreie Sendung gegen reine Quittung ausgeliefert. Nach dem Öffnen wird festgestellt, dass nur 670 Mobiltelefone mit 321 kg angekommen sind.

Der BGH dazu: Der Spediteur müsse nach Landfrachtrecht haften und könne sich nicht auf MÜ-Haftungsbeschränkungen berufen. Denn der Landtransport von Bochum über Düsseldorf nach Paris sei kein Zubringerdienst, da eine Luftbeförderung von Düsseldorf nach Paris möglich gewesen wäre. Von einem Zubringerdienst sei nur dann auszugehen, wenn die Oberflächenbeförderung lediglich eine reine Hilfsfunktion für die Luftbeförderung sei. (hec)

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