|  04. Mai 2015
aktualisiert am 12.08.15 12:46h

Pöppel hat sich zum Allrounder gemausert

Wohl nur wenige mittelständische Speditionen überraschen mit einem derart breiten Leistungsportfolio wie die Horst Pöppel Spedition in Regensburg. Europäische Land- und Systemverkehre, Binnenschifffahrt und Hafenlogistik, Lager- und Kontraktlogistiklösungen für rund ein halbes Dutzend Branchen, Mineralöllogistik sowie Silo-, Tank- und Chemietransporte: All das bietet der oberpfälzische Dienstleister an. Außerdem führt er LKW-Waschanlagen und Vertragswerkstätten für MAN und Iveco.

Aktionsradius wurde immer größer

In den vergangenen 45 Jahren fiel dieses Unternehmen mit einen kontinuierlichen Aufstieg vom Frachtführer zum Logistikdienstleister auf, der seine Transport- und Lagerangebote immer auf die branchen- und unternehmensspezifischen Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet und weiterentwickelt hat. Gleichzeitig weitete es seinen Aktionsradius weit über Südbayern hinaus auf angrenzende Regionen aus. Heute beschäftigt Pöppel an 13 Standorten in sechs süd- und ostdeutschen Bundesländern sowie Österreich rund 650 Mitarbeiter und hat einen eigenen Fuhrpark mit ungefähr 250 ziehenden und 500 gezogenen Einheiten.

„Wir sind ein breit aufgestellter Spezialist“, bestätigt Herbert Rückerl, Mitglied der Geschäftsleitung, in der Unternehmenszentrale am Regensburger Osthafen. Die konsequente Erschließung von neuen Geschäftsfeldern hat Tradition: Als Horst Pöppel, selbst Sohn eines Transportunternehmers, sich 1970 mit einem LKW selbstständig machte, hatte er bereits umfangreiche logistische Dienstleistungen für seine Kunden im Kopf. Über den reinen Gütertransport hinaus entwickelte er Lager- und Reparaturservices. „Für jedes Problem die richtige Lösung anbieten“, lautete das Motto des engagierten Unternehmers. Als er 1993 einen tragischen Unfalltod starb und Erben sowie leitende Mitarbeiter die Unternehmensführung übernahmen, machten sie sich den Slogan zueigen.

Umsatzträger Kontraktlogistik

Heute führen das fünfköpfige Geschäftsführergremium von Tochter Monika und ihrem Ehemann Peter Zollner sowie drei Geschäftsbereichsleitern, darunter Rückerl, ein Unternehmen, das ständig im Wandel ist und seine Expansionschancen noch lange nicht ausgeschöpft hat. Wichtigster Umsatzträger ist Kontraktlogistik mit allen branchenüblichen Zusatzdienstleistungen wie Kommissionierung, Konfektionierung, Verpackung und Etikettierung. Für namhafte Verlader in der Lebensmittelwirtschaft, Automotive-Branche, Baustoffherstellung und im Stahlhandel entwickelte das Unternehmen zahlreiche kundenindividuelle Lösungen.

So können Lebensmitteldiscounter ihre Displays von Pöppel-Mitarbeitern im 35.000 m2 großen Zentrallager in Regensburg bestücken lassen. Diese Dienstleistung ergänzt weitere Services wie Containerumladungen, Zoll- und Importabwicklungen, Musterziehungen und Retourenlogistik. Für viele Discounter organisiert der Logistikdienstleister die Abholung von zeitkritischer Aktionsware im Non-Food-Segment in Ost- und Südosteuropa sowie die Verteilung zu deren Zentral- und Regionallagern in Deutschland. Weil er Aufträge unterschiedlicher Verlader kombiniert, kann er die Distribution in ganz Deutschland schnell und kostengünstig organisieren.

Ersatzteile rund um die Uhr

Auch die Dienstleistungen für die Automotive-Kunden in der Nutzfahrzeugindustrie wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Über Just-in-Time-Lieferungen hinaus bietet Pöppel auch Werks- und Ersatzteillogistik an. Für letztere gründete das Unternehmen einen 24-Stunden-Service, der Auslieferungen an Händler und Werkstätten sofort organisiert.

Auch für den Stahlhandel gibt es einen bewährten Rundum-Service. Auf Kundenwunsch bearbeitet Pöppel Blech und schneidet Stahl zu. Weil die mit Kranbahnen ausgerüsteten Lager im Hafengelände über Gleis- und Wasseranschlüsse verfügen, kann das Unternehmen Anlieferungen trimodal organisieren. In der Distribution werden sowohl Kleinmengen für die Region als auch Komplett- und Teilladungen für europaweite Verkehre aufgegeben.

Mit eigenen LKW und Fahrern

Der zweite große Umsatzbringer ist Mineralöllogistik. Hier ist Pöppel zu einem führenden Branchendienstleister in Deutschland aufgestiegen. Über die 13 Niederlassungen werden mehr als 1500 Tankstellen mit Mineralöl und Schmierstoffen versorgt. Jeden Werktag legen die Pöppel-Züge rund 120.000 km in diesem Segment zurück. Auch diese Dienstleistung richtet Pöppel konsequent auf den Kunden aus. Mancher Lieferant überlässt den Regensburgern über Lagerung, Füllung und Transport hinaus auch die komplette Disposition.

Es versteht sich fast von selbst, dass der Logistiker alle marktüblichen Zertifizierungen von DIN EN ISO 9001 über das Lebensmittellabel HACCP und die Futtermittelrichtlinie GMP B 4.1 bis hin zur Chemienorm SQAS absolviert hat. Außerdem konzentriert das Unternehmen sein Qualitätsmanagement auf einen Schlüsselbereich – den Fuhrpark.

Wie ein roter Faden zieht sich der Grundsatz, die Wertschöpfung des Kunden ausschließlich mit eigenen Fahrzeugen und festangestellten Fahrern zu steigern und auf Subunternehmer zu verzichten, durch die 45-jährige Unternehmensgeschichte. „Das ist ein sehr wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb“, bestätigt Rückerl. „Wir wollen unseren Kunden die Sicherheit geben, dass ihre hochsensiblen Transportgüter immer pünktlich und schadensfrei zugestellt werden.“

Präventionsschulungen für Fahrer

Früher als andere Unternehmen hat Pöppel deshalb in ein fuhrparkspezifisches Risk Management investiert. Seit 2005 erfasst die Spedition jeden einzelnen Fahrzeugschaden und hat so einen absolut transparenten Blick auf das individuelle Schadensrisiko der rund 450 Fahrer. In zehn Jahren wurde dieses auf einen Bruchteil der ursprünglichen Zahlen reduziert. Auch der Schadensaufwand sank spürbar.

Zu diesem Resultat trugen maßgeschneiderte Schulungen bei, die auf die einzelnen Mitarbeiter zugeschnitten werden. „Jeder Fahrer muss drei Schulungen im Jahr absolvieren“, sagt Rückerl. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Eco-Trainings, sicheres Be- und Entladen oder frühzeitiges Erkennen von Gefahrensituationen. Gerne spricht die Spedition von Präventionsschulungen. Die Fahrer sollen Schäden vorn vornherein vermeiden und nicht einfach hinnehmen. Ihnen steht modernstes Equipment zur Verfügung. Jeder Lkw-Zug fährt mit Euro 5- oder Euro 6-Motoren und ist außerdem mit ABS, ASP und Tempomat ausgerüstet.

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