|  09. August 2016

Wie heutzutage eine Cola reist

Ob zu Hause, im Büro, im Restaurant oder an öffentlichen Plätzen. Als Verbraucher erwarten wir tagtäglich, dass Produkte und Dienstleistungen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort sowie in korrekter Menge und Qualität geliefert werden. Firmen wie der Getränke-Riese Coca-Cola sind jedoch nicht nur hinsichtlich der 24/7-Verfügbarkeit gefordert. Im Rahmen der Herstellung und Verteilung ihrer Ware müssen Nachhaltigkeitskriterien und Ressourcenschonung regelmäßig unter die Lupe genommen werden. Gleichzeitig verlangt die globale Transportkette solchen Unternehmen eine besonders hohe Effizienz ab. Der in der Bremer Überseestadt ansässige Softwareanbieter Ortec gilt als zuverlässiger Partner für die Optimierung damit verbundener logistischer Abläufe. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Bereits seit 15 Jahren betreut Ortec einzelne Projekte für Coca-Cola und hat sich mittlerweile als langfristiger Kooperationspartner etabliert. „Der globale Vertrag zwischen uns besteht seit 2007“, berichtet Stefan Huntemann, Managing Partner der Ortec GmbH in Bremen und Coca-Cola Global Account Director. Mit seiner Unterstützung liefert die US-Company getreu ihrem Motto „We go everywhere“ jeden Tag auf der ganzen Welt Getränke pünktlich aus. Das gelingt laut Huntemann mit Hilfe eines globalen Logistiknetzwerks und eines intelligenten Planungssystems.

„Wir befassen uns täglich damit, künftige Wünsche und Ziele unseres Kunden zu erfassen und bereits jetzt darauf hinzuentwickeln“, erklärt Huntemann. Einmal im Jahr gebe es daher auch eine Round-Table-Konferenz mit Coca-Cola-Mitarbeitern aus aller Welt. Diese berichten von ihren Plänen und Ideen, auf deren Basis in Zusammenarbeit mit den Softwarespezialisten an der Weser neue Ziele definiert werden. Dabei gehe es unter anderem darum, Logistikprozesse unter sehr unterschiedlichen Bedingungen gleichermaßen zu optimieren – in hoch entwickelten Metropolen ebenso wie auf Schotterwegen in Schwellenländern.

Sämtliche Aktivitäten für Coca-Cola werden vom deutschen Standort in Bremen aus gesteuert. „So konnte der Getränkehersteller in Nordamerika, wo etwa 20 Prozent der Produkte verkauft werden, kurz nach Implementierung unseres Planungssystems 45 Mio. USD einsparen“, sagt Huntemann. Wie das realisiert wurde, legte er erst jüngst im Rahmen eines Fachmeetings vor Ort in Atlanta dar. „Auf den Straßen Nordamerikas allein sind gut 10.000 Coca-Cola-LKW unterwegs. Bisher haben die Mitarbeiter dort alle Aktivitäten nur auf Basis ihrer Erfahrungen geplant“, erläuterte der Wirtschaftsingenieur. Dabei seien zahlreiche komplexe Informationen zu berücksichtigen: das Gewicht der Ladung, die optimale Ladereihenfolge, das möglichst rasche Entladen sowie die sorgfältige Planung aller Touren. „Das alles kann unsere Planungssoftware sehr viel schneller und 10 bis 15 Prozent effizienter.“ "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Durch die vielen Kilometer, die Coca-Cola spart, seien allein die Benzinkosten deutlich verringert worden, zugunsten einer beträchtlich reduzierten Luftverschmutzung.

Gerade bei internationalen Lebensmittelherstellern geht es im Rahmen der weltweiten Distribution oft darum, mehrere Produktions- und Versorgungsketten durchgängig zu optimieren. Um ein besseres Gespür für die Umsetzung der passgenauen Transportlogistik zu bekommen, begleiten Ortec-Mitarbeiter manchmal sogar die Fahrer ihrer Kunden auf ihren Reisen. „Wenn es nötig ist, um den Weg der Milch von der Weide bis hin zum Verbraucher besser zu verstehen, wird für uns auch das Umfeld einer Molkerei kurzfristig zum Arbeitsplatz“, berichtet Huntemann schmunzelnd. Die Milchlogistik fange zum Beispiel mit der Verteilung der Futtermittel an und ende mit dem Recycling der Verpackung.

Gesamtheit der Kette

Die Reise der Cola-Dose ist ein noch besseres Beispiel, um die Aufgabenvielfalt, der sich die Firma Ortec gegenübersieht, zu verdeutlichen: Sie führt Huntemann und sein Team vom Schreibtisch in Bremen aus rund um die Welt – von Australien über die USA nach Europa und Asien. Down Under etwa, das Land der Aborigines und Koalas, baut als Zentrum des weltweiten Rohstoffbooms Tag und Nacht Bauxit als Ausgangsmaterial von Aluminium ab – und liefert damit das Basismaterial für die Produktion der Dose.

„In Australien ist alles groß: die Anlagen für den Abbau der Rohstoffe, die Güterzüge für den Transport der Materialien zu den weiterverarbeitenden Fabriken sowie die Tanker, die die halbfertigen Produkte an Kunden weltweit verschiffen“, erklärt Huntemann. „Je größer die Transportmittel, desto höher die Kosten, insbesondere dann, wenn diese nicht optimal eingesetzt werden. Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Einsatzplanung ihrer personellen und technischen Ressourcen zu optimieren.“

Auch Coca-Cola Hellenic mit Hauptsitz in Athen arbeitet mit der Software. Es ist eines der größten Getränkeabfüllunternehmen für nichtalkoholische Getränke in Europa: 28 Tochtergesellschaften mit 366 Lager- und Verteilzentren sowie 18.000 Fahrzeugen. Ortec hilft, die gesamte LKW-Flotte zu koordinieren.

Auch in den Bereich E-Commerce ist Ortec involviert: Die Supermarktkette AB Vassilopoulos aus Athen beispielsweise nutzt die Bremer Softwarelösung zur vollautomatischen Auftragsplanung: vom Verteilzentrum bis zu den Abholmärkten. So ist die Belieferung am Tag der Bestellung möglich. Das erleichtert nicht zuletzt das Leben der Millionen (Online-)Endkunden von Coca-Cola. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

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