10. August 2018

Bekenntnis zu Ruhrort

Der Duisburger Schiffsausrüster Wittig schlägt im Jahr des 120-jährigen Bestehens ein neues Kapitel in der Firmengeschichte auf. „Wir konzentrieren die Unternehmensgruppe in einem Neubau in Duisburg-Ruhrort an der Alten Duisburger Straße“, berichtet Frank Wittig, neben seinem Bruder Ralf geschäftsführender Gesellschafter des Fachhändlers. Damit schaffe das Unternehmen am historischen Bunkerhafen neue Kapazitäten, straffe die Organisation und beziehe einen größeren, moderneren Firmensitz. Der alte Sitz an der Max-Peters-Straße, der direkt an der A40 liegt und für das Unternehmen zu klein geworden ist, wird zum Teil vermietet. Gleichzeitig wird dort das Zeitarbeitsunternehmen der Gruppe eine neue Heimat finden. Zwei angemietete Außenlager in Duisburg werden aufgegeben.

Entstanden ist ein Neubau mit 3.500 m2 Lager- und 1.100 m2 Bürofläche. Zur Höhe der Investition wollte sich Wittig nicht äußern. In Duisburg ist aber von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag die Rede. Zeit- und Kostenrahmen seien eingehalten worden, so Wittig. Insgesamt arbeiten in der neuen Firmenzentrale künftig 33 Mitarbeiter. Auch die Tochtergesellschaft Meuthen, ist hier nun ebenfalls vertreten. Der Spezialist und Großhändler für Arbeitsschutz und Berufsbekleidung wurde 2005 übernommen.

Wittig gilt als einer der größten Schiffsausrüster in Europa. Angeboten wird bis auf Lebensmittel nahezu alles, was Binnenschiffer benötigen – vom Toilettenpapier über Farben, Lacke und Reinigungsmittel bis hin zu Tauen, Arbeitsschutzkleidung und dem Schiffsführersitz. Im Programm werden mehr als 18.000 Artikel gezählt. Alle Produkte sind per Katalog aber auch online im eigenen Web-Shop erhältlich. Daneben bietet das Unternehmen zahlreiche Dienstleistungen an, wie zum Beispiel die Wartung von Rettungswesten, die Inspektion von Gasmessgeräten oder auch das Mischen von Farben. Frank und Ralf Wittig führen den Fachhandel seit 1990 in der vierten Generation.

Wittig sieht die Entscheidung für einen Neubau in Ruhrort auch als Bekenntnis zu Duisburg und den Wurzeln des Familienunternehmens: „An diesem Ort hat bereits meine Mutter als Kind gespielt. Wir wollten in Duisburg bleiben. Das gehört zu unserer DNA“, sagt er.

Wittig ist in der Gruppe an drei Standorten vertreten, neben dem Stammsitz in Duisburg in Wien, Budapest und Berlin. „Wir bringen europaweit Waren an Bord.“

Nicht immer sei es leicht, an Bord der Schiffe zu gelangen. Denn die Zuwege lassen oft Wünsche offen. „Das gilt auch für Duisburg“, so Frank Wittig. Erst kürzlich hat sich Thomas Mohr, Schiffsführer eines Tankschiffs von Imperial, über mangelhafte Zuwege beklagt.

Hinzu kommen die Probleme mit maroden Straßen und Brücken rund um Duisburg, wie auf der A40 oder auch in Ruhrort mit dem Karl-Lehr-Brückenzug. „Am neuen Standort haben wir damit aber deutlich weniger Probleme. Wir sind jetzt auf der richtigen Seite der Ruhr“, schmunzelt Wittig. Insbesondere Richtung Niederlande sei es nun einfacher, aus Duisburg herauszukommen. Ausgeliefert wird mit 13 eigenen Fahrzeugen. Beschäftigt werden in der Gruppe 200 festangestellte Mitarbeiter, davon 40 im Bereich Handel und 160 im Bereich der Zeitarbeit.

Umsatzzahlen nennt Wittig zwar nicht. Doch soll künftig das Servicegeschäft ausgebaut werden, neben der Personalüberlassung insbesondere die Prüfung von technischem Equipment an Bord, wie zum Beispiel von Feuerlöschanlagen. Auch die „speditionellen Fähigkeiten“ der Gruppe will Wittig besser auslasten. So soll künftig auch die Lagerfläche am neuen Standort vermarktet werden, um die „von vornherein eingeplanten Überkapazitäten“ verwerten zu können.

Damit Duisburg mehr Flagge für die Binnenschifffahrt zeigt, hat Frank Wittig eine Idee. Da auf dem Gelände am alten Bunkerhafen, das 30 Jahre brach lag, noch weitere Flächen frei sind, schwebt ihm hier eine Art maritimes Kompetenzcenter vor. Entwickelt werden könnte ein Gewerbegebiet für Dienstleistungsunternehmen, die wenig Lärm machen, keinen Dreck verursachen und wenig Verkehr erzeugen, da es an ein Wohngebiet grenzt, und die natürlich eine Verbindung zur Binnenschifffahrt haben. Insbesondere mittelständische Unternehmen, vorzugsweise aus Duisburg, sollten hier eine Chance erhalten. (jpn)

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