|  02. November 2016

Zalando baut in Mönchengladbach aus

Die Geschichte mit der Schildkröte, die versehentlich in ein Retourenpaket von Zalando geraten ist, erzählt Christel Habig immer wieder gerne auf Besuchertouren. Das Tierchen wurde gesucht und gefunden, erzählt die Niederlassungsleiterin des Zalando-Logistikzentrums in Mönchengladbach vor den 50 Teilnehmern einer Tour anlässlich der „Langen Nacht der Industrie“, versorgt und mit dem Taxi an die Besitzerin zurückgeschickt. Doch nicht nur mit der „Schildkröten-Story“ kann Habig punkten: Der Online-Modehändler baut in Mönchengladbach aus. Ende 2017 sollen im Regiopark die Hallen 4 und 5 in Betrieb gehen, womit die maximale Kapazität erreicht sein wird. Habig beziffert das Investment auf 70 Mio. EUR. Es entstehen gerade ein Kommissionierlager und eine Prozesshalle. Dort setzt man künftig stärker auf Automatisierung. Denn es wird ein Bagsorter aufgestellt, mit dem besonders nachgefragte Artikel morgens eingelagert und abends wieder ausgeliefert werden können. Möglich wird das, weil die Artikel in den Taschen des Bagsorters nur zwischengelagert werden, bevor sie direkt zum Packbereich transportiert werden und bereit für den Versand sind."Jetzt für die Logistik News anmelden"

Zalando ist seit 2013 in Mönchengladbach. Halle eins und drei werden als Kommissionierlager genutzt, in Halle zwei befinden sich Inbound-, Outbound-, Sortier- und Packbereiche. Das Unternehmen ist Mieter der Immobilie, die vom Investor Goodman errichtet wurde und gemanagt wird. Habig beziffert die Grundstücksfläche auf 130.000 Quadratmeter, die Lagerfläche auf 218.000 Quadratmeter, da drei Picktower mit jeweils vier Ebenen gezählt werden. Derzeit werden hier 2000 Menschen beschäftigt. Etwa 2700 könnten es laut Habig einmal werden. Gearbeitet wird in Mönchengladbach im Zwei-Schicht-Betrieb. Daneben gibt es eine „kleine Nachtschicht“, wie Habig sagt. Einen Vollbetrieb der Anlage rund um die Uhr lässt man noch offen. Die Spätschicht endet um 23.15 Uhr, morgens gegen sechs Uhr geht es weiter. Gearbeitet wird an sechs Tagen in der Woche. Nach Angaben des Unternehmens erhalten die gewerblichen Mitarbeiter im Lager inzwischen einen Stundenlohn von 10,50 EUR. „Für Zeitarbeiter gilt derselbe Lohn“, betont Habig. Der Lohn der Teamleiter beträgt danach 15,85 EUR pro Stunde. Daneben gibt es einen Kantinenzuschuss sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Quote der unbefristet angestellten Mitarbeiter beziffert Habig auf 30 Prozent mit steigender Tendenz über die Jahre.

Zalando startet Ausbildungsoffensive

Noch gelinge es, Arbeitskräfte in der Region zu rekrutieren. „Wir tun uns aber schwer, Führungskräfte zu gewinnen“, räumt sie ein. Daher startet Zalando nun eine Ausbildungsoffensive. Ab 2017 bietet das Unternehmen gemeinsam mit der International School of Management (ISM) in Köln ein duales Studium im Bereich Logistik Management an. Gleichzeitig wird es Förderprogramme für Bachelor- und Masterabsolventen geben. Auch in der Berufsausbildung ist das Unternehmen aktiv: Angeboten werden seit 2015 Ausbildungen in kaufmännischen Berufen und im Bereich der Logistik. „Wir zählen im Moment 15 Azubis“, sagt Habig. Deren Anzahl soll von Jahr zu Jahr steigen. Gesetzt wird zudem auf Weiterbildung: Etwa ein Drittel der Teamleiter waren vorher „normale“ Mitarbeiter, ungefähr ein Drittel der Abteilungsleiter vorher Teamleiter, so Habig. Ein Abteilungsleiter führt zwischen 150 bis 200 Mitarbeiter. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beziffert sie auf 40 Jahre.

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