|  19. August 2016

Jochen Müller wechselt von Schenker zu Dachser

Dachser ist bekannt für wohlüberlegte Entscheidungen. Das zeigt sich auch bei der jüngsten Personalie, mit der der in Kempten ansässige Speditionskonzern die Branche überrascht: Ex-Schenker-Manager Jochen Müller heuert bei dem Familienunternehmen als designierter Verantwortlicher für das Luft- und Seefrachtgeschäft an.

Der 52-jährige Müller wird Nachfolger von Dachser-Urgestein Thomas Reuter. Allerdings wird sich der Übergang hinziehen – exakt 15 Monate. Müller fängt zwar am 1. Oktober 2016 bei seinem neuen Arbeitgeber an. Doch Reuter, der im kommenden Februar 60 Jahre alt wird, wechselt erst Ende 2017 in den Ruhestand.

So lange hat Reuter im vierköpfigen Board unverändert die Verantwortung für Air & Sea Logistics (ASL), wie Dachser-intern das Luft- und Seefrachtgeschäft genannt wird. Usus bei der von Vorstandschef und Mitinhaber Bernhard Simon geführten Speditionsgruppe ist es, dass die Top-Manager am Ende des Kalenderjahres aufhören, in dem sie 60 Jahre alt werden.

Mit Projekten beschäftigt

Während des Übergangs wird Müller Projekte gestalten. Worum es dabei konkret geht, sagt das Unternehmen nicht. Bekannt ist immerhin, dass Dachser auf dem Weg zum Global Player seine Präsenz in den USA ausbauen möchte. Gut möglich, dass Müller sich eingehend mit diesem Markt befassen wird.

Ein weiteres Thema ist die enge Verknüpfung der überaus profitablen europäischen Landverkehre mit dem interkontinentalen ASL-Netz. Vor zwei Jahren hatte Dachser beide Sparten bereits in den Niederlanden und Belgien zusammengelegt. Marktkenner weisen seit längerem darauf hin, dass weitere Länder folgen könnten.

Ursprünglich hatte Dachser für das ASL-Geschäft im Jahr 2017 einen Umsatz von 2,2 Mrd. EUR angepeilt. Doch im vergangenen Jahr setzte Dachser mit der Luft- und Seefracht gerade einmal 1,6 Mrd. EU rum. Davon dürften rund zwei Drittel aus der Luftfracht kommen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Dachser im Jahr rund 150.000 t Luftfracht und 220.000 Teu in der Seefracht bewegt. Vor allem in der Seefracht besteht erheblicher Nachholbedarf, um das ursprüngliche Ziel von 500.000 Teu zu erreichen.

Müller, 1964 in Worms geboren, war seit 2011 Vorstandsmitglied der Schenker Deutschland AG und verantwortete die Region Zentraleuropa (Deutschland, Schweiz und Benelux) für Luftfracht und die Logistik für weltweite Umzüge, Messen und Sportveranstaltungen. Davor leitete Müller die britische Landesgesellschaft von Schenker.

Reuter ist seit 1978 bei Dachser.Viele Jahre leitete der gut vernetzte Speditionsmanager erst von Kelsterbach, später von der Cargo City Süd am Frankfurter Flughafen aus das deutsche ASL-Geschäft. Anfang 2006 stieg er in den Vorstand der Speditionsgruppe auf.

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