03. Mai 2017

Kooperation: Belgische Hersteller bündeln Transporte zum Handel

Bei Kooperationen bringt es nichts, mit zu vielen Partnern zusammenzuarbeiten. Die meisten Kooperationen sterben an Komplexität; daher ist es besser, klein anzufangen. Große Hoffnung liegt auf dem EU-Förderprojekt Nextrust, das auf Kooperationen in der gesamten Konsumgüter-Supply-Chain setzt. Unter anderem geht es auch darum, die Zahl schlecht ausgelasteter LKW in der Distribution zu verringern. Für einen Piloten im Rahmen des Projekts haben die vier belgischen Gebäckhersteller Vondelmolen, Vermeiren Princeps, Poppies und Desobry sowie die vier Händler Delhaize Le Lion/De Leeuw, Colruyt, Okay und Retail Partners Colruyt Group RPCG eine neuartige Multi-Supplier/Multi-Retailer-Plattform entwickelt. Das Konzept lässt zugleich horizontale sowie vertikale Kooperation zu. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Die erste Schlüsselkomponente für die hersteller- sowie händlerübergreifende Zusammenarbeit bildet ein Lagerhaus, das als Güterverteilzentrum dient. Hier hält jeder Produzent einen Warenbestand verfügbar, den jeder Händler einsehen und abrufen kann. „So können Transporte gebündelt und mit Ware unterschiedlicher Lieferanten in ausgelasteten Lkw auf optimaler Route zu den Händlern fahren“, heißt es in einer Mitteilung von GS1 Germany. Die Standardisierungsorganisation ist Mitglied des Nextrust-Konsortiums, dem unter anderem auch Unternehmen wie Beiersdorf, Mondelez, Panasonic, Unilever sowie Fiege und TX Logistik angehören. Das bahnbrechende an der Pilot-Plattform sei die Neutralität für eine Vielzahl an Herstellern und Händlern. Dafür kommt die zweite Schlüsselkomponente – das sogenannte Trustee-Business-Modell – ins Spiel. Die Rolle des Trustees ist es, für die Projektpartner gesetzeskonforme und kartellrechtlich einwandfreie Rahmenbedingungen zu schaffen. Tri-Vizor und Giventis haben in diesem NexTrust-Piloten die Trustee-Rolle ausgeführt, begleitet von der spezialisierten Anwaltskanzlei Kneppelhout & Korthals Advocaten. Unterstützung erhielten die Beteiligten zudem von der belgischen GS1-Organisation sowie seitens der Wissenschaft vertreten durch die Vlerick Business School und die Vrije Universiteit Amsterdam.

Die Pilotphase endete am 31. März. Der Logistikkonzern Kühne + Nagel (KN) stellte in dieser Zeit sein Distributionszentrum im belgischen Mechelen zur Verfügung und übernahm einen Großteil der Koordination der Transporte. Nach der Testphase wollen die Partner weitermachen und die Plattform in einen Regelbetrieb überführen. Noch werden Ergebnisse evaluiert. Fest steht: Je mehr Unternehmen ihre Frachtvolumina bündeln, desto größer ist die Einsparung. Weitere Süßwarenproduzenten sowie Handelsunternehmen hätten bereits Interesse an einer Teilnahme bekundet, heißt es weiter. Detaillierte Informationen erhalten Unternehmen bei den Trustees: Alex Van Breedam von Tri-Vizor, Rein Westra von Giventis International und Niko Oertel von Kneppelhout & Korthals. (cs)

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