12. März 2018

ÖBB und RZD kooperieren enger

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Russischen Eisenbahnen (RZD) wollen im Güter- und Personenverkehr enger zusammenarbeiten. Dies ist Inhalt einer Vereinbarung, welche die Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä und Oleg Belozerov auf der Konferenz „Strategic Partnership 1520“ in Wien unterzeichneten.

Vorgesehen sind unter anderem die Entwicklung innovativer Technologien und die Nachwuchsförderung durch gemeinsame Trainings- und Entwicklungsprogramme. Matthä und Belozerov bekräftigten zudem ihr Interesse, die heute bis Kosice in der Ostslowakei führende russische Breitspurstrecke (1.520 mm Spurweite) bis in den Raum Wien zu verlängern.

Kooperation mit Transcontainer
Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) durch Thomas Kargl (Rail Cargo Group – RCG) und Peter Baskakov (Transcontainer) intensivieren die österreichische Güterverkehrsgruppe und der russische Logistikspezialist die Aktivitäten auf der Seidenstraßenroute. Ziel der Kooperation ist unter anderem die Einrichtung eines regelmäßigen Intermodalverkehrs zwischen China und Europa. „Mit diesem Schritt schließen sich zwei Experten im Bahnlogistikbereich zusammen und bieten damit den chinesischen Kunden eine echte und vor allem hochwertige Alternative zu anderen Routen und Produktionsarten“, zeigte sich RCG-Vorstand Kargl überzeugt. TransContainer agiert dabei als Partner für Bahngütertransporte und Operatorleistungen zwischen Europa und China. Geplant ist eine Steigerung von aktuell zwei Rundläufen pro Woche auf zehn wöchentliche Rundläufe bis zum Jahr 2020.

Praktische Fragen wirft die österreichische Umweltorganisation Virus auf. Für die slowakische Republik brächte eine Neubaustrecke für den Transitverkehr keinen Vorteil. Dies lasse fraglich erscheinen, ob sich die slowakische Regierung an den Kosten der Strecke beteiligt. Der bisher von Österreich erwogene Standort Parndorf für ein Umschlagterminal auf die oder von der Breitspur ist aus Sicht der Umweltorganisation nicht sinnvoll. Im Raum Wien gebe es bereits den Rangierbahnhof Kledering und das neue KV-Terminal Inzersdorf, argumentiert sie. Virus befürchtet Vor- und Nachlaufverkehr von und aus Ostösterreich durch einen Terminalneubau auf der grünen Wiese. Der Vorschlag der Umweltschutzorganisation: Der Verkehr könne in der Slowakei einfach umgespurt werden. (ici)

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