|  23. März 2017

Ehrgeiz zahlt sich aus

Dass sie ihr Berufsweg einmal in die Transportbranche führen würde, lag nahe. Immerhin hatte Nina Brose den Speditionsalltag schon von Klein auf im Familienbetrieb ihrer Mutter miterlebt, die das vom Großvater gegründete Unternehmen übernommen hatte. Doch eigentlich sollte die Ausbildung zur Speditionskauffrau bei der Bruhn Spedition in Lübeck nur ein Übergang sein – zwischen Abitur und Studium. Doch während ihrer Lehrzeit stellte Brose schnell fest, dass Spedition genau ihr Ding ist und sie dabei auch Erfolg haben kann."Jetzt für die Logistik News anmelden"

Nach Zustimmung ihrer Ausbilder verkürzte sie die Lehrzeit auf 2,5 Jahre und schloss diese schließlich mit einer eins vor dem Komma ab – und erfüllte damit die erste Voraussetzung zur Teilnahme am DSLV-Nachwuchspreis. Dieser wird einmal im Jahr vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) gemeinsam mit der DVZ ausgelobt, um erfolgreiche Nachwuchskräfte in der Logistik zu fördern. Dass dieser Wettbewerb genau das Richtige für Brose sein könnte, dachte sich auch ihre ehemalige Berufsschullehrerin, die ihr die Ausschreibung des DSLV weitergeleitet hatte.

Wettbewerb als Herausforderung
Eine Teilnahme stand für Brose außer Frage. Und so schickte sie ihre Bewerbung im Januar mit Lebenslauf, Zeugnissen und einem Empfehlungsschreiben ab – und landete prompt unter den besten sechs Kandidaten aus ganz Deutschland. Der nächste Schritt im Wettbewerb war eine schriftliche Aufgabe, die die Bewerber innerhalb von drei Wochen lösen mussten. In diesem Jahr ging es um die Einrichtung eines Verteillagers eines baden-württembergischen Maschinenbauers in Tianjin oder Shanghai – einschließlich der Seefrachtabfertigung.

Standortanalyse überzeugt
Eine Situation auf Broses bisherigem Berufsweg, die eine echte Herausforderung für die 23-Jährige darstellte. „Die Aufgabe hat mich am Anfang wirklich zur Verzweiflung gebracht“, erinnert sie sich lachend. Denn wie soll man eine mögliche Hafenabfertigung untersuchen, wenn man gar nicht weiß, wo die Ware einmal hingehen soll? „So habe ich mich die erste Woche eigentlich ausschließlich mit der Frage beschäftigt, wie ich überhaupt an die Aufgabenstellung herangehen soll.“ Im Austausch mit Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten aus der Berufsschule fand sie schließlich den richtigen Ansatzpunkt: eine Standortanalyse.

In einer Gegenüberstellung hat die Lübeckerin die örtlichen Gegebenheiten für Seetransporte, inklusive Routing und Zoll, in Tianjin und Shanghai untersucht. Mit der Lösung, dass sich Shanghai am besten als Standort für das Verteillager eignen würde. Diese Lösung überzeugte auch die Jury, die darüber hinaus auch die gute Qualität von Broses Vortrag hervorhob. Für die Berufsanfängerin eine große Ehre: „Die Auszeichnung ist für mich Bestätigung und Ansporn zugleich“, erklärt sie. Sich auf dem Erfolg ausruhen kommt für die junge Frau aber nicht infrage, immerhin stehe sie noch ganz am Anfang ihres Berufsweges: „Ich sehe den DSLV-Nachwuchspreis als Riesenchance noch höher in der Laufbahn aufzusteigen und etwas daraus zu machen.“ Nun steht aber erst mal die nächste Etappe für den internationalen Fiata-Wettbewerb an: eine schriftliche Hausarbeit auf Englisch, die sich mit einem komplexen Im- oder Export beschäftigt, Abgabefrist im April."Jetzt für die Logistik News anmelden"

Disziplin, Ehrgeiz und Perfektionismus – das sind Eigenschaften, die die 23-Jährige zweifelsohne mitbringt – und ohne die sie sicher auch nie so weit gekommen wäre. „Ich suche immer die Herausforderung“, ergänzt sie. „Einen Preis habe ich jetzt schon gewonnen, dann muss auch der nächste Schritt folgen“, ist sie sicher. Was genau das bedeuten könnte, weiß sie selbst noch nicht.

Gerade fühlt sie sich mit ihrer Festanstellung in der Abteilung Verpackte Waren für Skandinavien bei der Bruhn Spedition sehr wohl. Vor allem weil dieser Bereich zurzeit neu aufgebaut wird und dabei die verschiedensten Aufgaben anfallen. „Es gibt keinen geregelten Arbeitsalltag, jeder Tag läuft anders“, erklärt sie. Vor allem die umfangreichen und ständig wechselnden Verantwortungsbereiche von der Kundenakquise, der Disposition der Fahrzeuge, dem Routing, der Auswahl der Verkehrsmittel bis hin zur Abrechnung machen den Job für Brose spannend: „Ich begleite die Transporte vom Anfang bis zum Ende – einschließlich Vor- und Nachlauf – und das bedeutet auch viel Verantwortung“.

Trotzdem könnte sie sich vorstellen, einmal in einen anderen Bereich zu wechseln oder sich weiterzubilden. Unterstützung bekommt sie dabei von ihren Ausbildern, die sie fördern wollen und nun gemeinsam mit ihr überlegen, wie es für sie im Unternehmen weitergehen könnte. Ein Studium könnte sich die 23-Jährige gut vorstellen oder auch eine Zeit lang für die Firma ins Ausland zu gehen. „Ich würde aber immer wieder zurück kommen, ich fühle mich in meiner Heimatstadt Lübeck sehr wohl“, ergänzt Brose lächelnd.

Kampfsport in der Freizeit
Hier findet sie auch Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag. Zeit zum Entspannen bleibt der jungen Frau aber selbst in ihrer Freizeit wenig: Denn dann konzentriert sie sich komplett auf ihren Karatesport, bei dem sie als Trainerin und Jugendreferentin wieder Verantwortung übernimmt und an den Wochenenden regelmäßig für Meisterschaften unterwegs ist. Und auch hier stehen Weiterbildungen an – um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und an der eigenen Technik zu feilen."Jetzt für die Logistik News anmelden"

Diese Devise gilt für sie privat und auch beruflich: Eine Führungsposition in der Logistik? Das ist etwas, dass sich die junge Frau für die Zukunft gut vorstellen könnte. Die nötigen Voraussetzungen dafür bringt sie sicher mit.

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