|  21. Juli 2015

Mehr als Logistik-Fachchinesisch

Wenn Marcel Wyss für seine Kunden Luftfrachtsen­dungen nach China oder umgekehrt aus dem Reich der Mitte in die Schweiz organisiert, überrascht er seine asiatischen ­Ansprechpartner des Öfteren mit mehr als logistischem Fachchinesisch: Der Leiter Luftfracht der Geschäftsstelle der Schenker Schweiz AG in Bern spricht fließend Man­darin­.

Drei Jahre lang hat der Luftfrachtexperte, der bereits als 19-Jähriger zur Schenker Schweiz AG kam, die fernöstliche Fremdsprache in der südchinesischen Millionenmetro­pole Guangzhou, 200 km von Hongkong entfernt, studiert. Und das, obwohl zunächst nur lediglich drei Monate für einen Sprachkurs eingeplant waren. „Dass die chinesische Sprache und das Schriftbild unglaublich komplex sind, hatte ich schon gelernt, als ich 2003 als Verkaufsdelegierter zum erstem Mal nach Hongkong kam“, sagt Wyss. „Doch selbst nach ein paar Wochen an der Universität, war ich nicht ­einmal in der Lage, auch nur im Restaurant Essen zu bestellen. So habe ich mein Studium Schritt für Schritt verlängert – und in den Semesterferien bin ich jeweils für ein paar Monate in die Schweiz und zu DB Schenker zurückgekehrt.“

Kulturelles Insiderwissen

Die logistische Fachterminologie auf Mandarin eignete sich Wyss im ­Anschluss an sein Studium als Leiter der DB-Schenker-Filiale in Shenyang an. „Was aber noch viel wichtiger ist: Während meiner Zeit in China habe ich das Land, die Menschen und ihre Kultur intensiv ­kennengelernt“, sagt Wyss. Der Luftfrachtchef sieht ­darin auch „einen entscheidenden Vorteil für unsere Kunden“. ­Seiner Einschätzung nach macht sich ­dieses kulturelle Insiderwissen jeden Tag aufs Neue bezahlt.

„Ich weiß, welches Verhalten in Geschäftssituationen angemessen ist, wie man Missverständnisse vermeidet, was der Hintergrund bestimmter Formulierungen ist und was ich zwischen den Zeilen ­herauszulesen habe“, listet Wyss selbstbewusst auf. „Dass China kulturell anders ist, wissen zwar viele – doch wie anders es wirklich ist, nur die wenigsten.“

Die Faszination für andere Länder und Kulturen hat den Schaff
hauser sein ganzes bisheriges Berufsleben lang begleitet. Schon früh reizte ihn die Logistik, „weil sich dort die Möglichkeit bot, einige Zeit im Ausland zu arbeiten“, sagt er.

Faszination für fremde Länder

Schenker-Schweiz-CEO Jörg Eggenberger bestätigt: „Wen es nach seiner Ausbildungszeit ins Ausland zieht, der weiß, dass der DB-Konzern ­viele Chancen bietet.“ Eggenberger begrüßt ausdrücklich „mutige, junge Kräfte, die es ins Ausland zieht und die sich dort behaupten wollen. ­Denen stehen alle Türen offen“, sagt der Schenker-Schweiz-Chef – und spricht dabei auch ein bisschen aus eigener Erfahrung.

Im konkreten Fall von Marcel Wyss bot sich diese Auslands­chance bereits nach vier Jahren in der Ab­teilung Luftfracht der Geschäfts­stelle Kloten der Schenker Schweiz AG: Ab 1999 arbeitete Marcel Wyss für die DB-Schenker-Kollegen in Auckland, Neuseeland. 2001 wechselte er zur Geschäftsstelle Melbourne von Schenker Australia, bevor es 2002 zurück in die Schweiz ging. Ein Jahr später nahm Wyss dann seine Tätigkeit in Hongkong auf. Und ­heute „staunen chinesische Kunden nicht schlecht, wenn sie von mir in ihrer Muttersprache begrüßt ­werden“, zieht der ­inzwischen 39-Jährige sein persönliches Fazit. (sm)

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