|  16. Juli 2015
aktualisiert am 19.08.15 16:14h

„Mein Herz schlägt für die Kontraktlogistik“

Alexandra Nothnagel hat bereits während ihrer Schulzeit bei einer Spedition gearbeitet. Schon damals hat sie Lust bekommen, später beruflich dort einzusteigen. Ihre Ausbildung als Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistung hat die heute 30-Jährige bei Kühne + Nagel in Mannheim absolviert. Sie war die Jahrgangsbeste in Baden-Württemberg und gewann 2008 den DSLV-Nachwuchspreis. „Damit durfte ich auch am internationalen Wettbewerb der Fiata teilnehmen“, erinnert sie sich – und wurde prompt Europa-Siegerin. Belohnt wurde sie mit einer Reise zum Fiata World Congress in Vancouver, Kanada. „Auch KN war sehr stolz, dass ich den Preis gewonnen habe“, erzählt sie.

Zu der Zeit arbeitete Nothnagel in Mannheim im Bereich Seefrachtexport. Doch schon damals habe ihr Herz für die Kontraktlogistik geschlagen. 2008 ergriff sie die Gelegenheit, an den Kontraktlogistikstandort Groß-Rohrheim zu wechseln, der gerade neu eröffnet wurde. Gleichzeitig fing die junge Frau ein Studium zur Wirtschaftsingenieurin mit Fachrichtung Logistik an. „Damals hieß das noch Logistikmanager“, sagt sie. Sie wollte einen offiziell anerkannten Abschluss, also einen Bachelor of Science, erwerben und berufsbegleitend aus der Ferne studieren, um weiter Vollzeit arbeiten zu können. So schrieb sie sich an der SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft in Hamm ein. Drei Jahre später hatte sie den Abschluss in der Tasche und ergriff erneut die Gelegenheit, intern zu wechseln.

Logistikerin in Teilzeit

„Ich fing im Bereich Projektmanagement Kontraktlogistik als Prozessingenieurin in Karlstein an und begleitete im Team Neuimplementierungen und Migrationen“, erzählt sie. In der Region Mitte, die in etwa von Karlsruhe bis Kassel und von Aschaffenburg bis Saarbrücken reicht, war sie dafür mitverantwortlich, für Kunden, die ihre Kontraktlogistik an KN outsourcen wollten, eine Lösung zu erarbeiten. Es galt, maßgeschneiderte Prozesse zu entwerfen, neue Mitarbeiter zu finden, Equipment wie Stapler oder Regalsysteme zu planen sowie alle Abläufe für den neuen Standort zu koordinieren.

Anfang 2014 hat Nothnagel die Stelle des Customer Transition and Integration (CTI) Managers der Region Mitte übernommen. Sie leitet seither in dieser Funktion mit einem ihr unterstellten kleinen Team aus Prozessingenieuren und Systemspezialisten eigenständig Kontraktlogistikprojekte. Im Moment befindet sich Nothnagel für ein halbes Jahr in Elternzeit und arbeitet ein paar Wochenstunden in Teilzeit. „Ich unterstütze weiterhin meine Mitarbeiter, die in den Projekten arbeiten, oder helfe beim Erstellen von Angeboten für potenzielle Neukunden“, sagt die 30-Jährige.

Sie sei sehr glücklich, dass sie auch als junge Mutter weiter in ihrem Job tätig sein könne, fügt Nothnagel hinzu. Schon zu Beginn ihrer Schwangerschaft habe sie alles mit ihrem Chef besprochen. Sie bewertet es als positiv, dass er ihr ermöglicht hat, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten, damit auch ihr Sohn gut versorgt ist. Einmal pro Woche fährt sie in die Firma, die restliche Zeit arbeitet sie von zu Hause aus. „Ich hab wirklich Glück, dass das so funktioniert. Ich fühle mich gut unterstützt“, sagt sie. Kinderkriegen ist bei KN zumindest kein Karrierekiller, und Nothnagel ist zuversichtlich, dass es auch künftig vorangeht, denn sie sei nach wie vor ambitioniert und aus ihrer Sicht noch nicht am Ende ihrer persönlichen Karriereleiter angekommen.

Nothnagel arbeitet seit nunmehr elf Jahren für KN. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange in einem Unternehmen bleibe und so glücklich dabei bin“, erzählt sie. Das Gute sei, dass es nie langweilig werde, zumal sie in der Zeit auf fünf verschiedenen Stellen gearbeitet habe, also alle zwei bis drei Jahre ein Stück vorangekommen sei. Sie habe sich immer weiterentwickeln können und sehe daher keinen Grund, in ein anderes Unternehmen zu wechseln. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich auf der Stelle trete.“

Nachwuchskräften empfiehlt Nothnagel die Logistikbranche, da diese so vielseitig und abwechslungsreich sei. Junge Menschen sollten ihrer Ansicht nach versuchen, während ihrer Ausbildung oder Traineezeit möglichst viele Bereiche kennenzulernen, um später besser entscheiden zu können, wo sie am liebsten arbeiten wollen. Ihr Motto lautet Ausprobieren, denn für sie ist die Logistik wie ein Mini-Universum mit tausend Möglichkeiten.

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