05. November 2018

Italienische Bahn bietet für Alitalia

Die Italienischen Staatsbahnen Ferrovie dello Stato Italiane (FSI) wird ein Übernahmeangebot für die defizitäre nationale Fluggesellschaften Alitalia und Alitalia Cityliner abgeben. Dies kündigte der Verwaltungsrat am Dienstag (30. Oktober) in einer dreizeiligen Medieninformation an.

Der Schritt ist Teil eines Rettungsplans der Regierung für die beiden Fluggesellschaften. Der stellvertretende Premier- und Industrieminister Luigi Di Maio hatte am 26. Oktober angekündigt, die Regierung wolle zusammen mit der Staatsbahn und einem internationalen Partner die Airline-Gruppe sanieren. Der Staat werde etwa 15 Prozent des Kapitals übernehmen. Zur Höhe der Beteiligung und Identität des oder der Investoren äußerte er sich nicht. Alitalia hatte am 2. Mai Insolvenz angemeldet und fliegt seither dank eines 900-Mio.-EUR-Kredits der Regierung weiter. Die Insolvenzverwalter sollten bis 31. Oktober neue Eigentümer finden. Anderenfalls könnte die EU-Kommission beihilferechtlich gegen Italien vorgehen.

Im Juli hatte sich bereits abgezeichnet, dass die neue Regierung in Italien die Fusion des Eisenbahninfrastrukturunternehmens mit der Fernstraßengesellschaft ANAS rückgängig machen wollte. Dies öffnete den Weg für die Fusion der FS-Gruppe mit Alitalia unter Führung des neuen FSI-Geschäftsführers Gianfranco Battisti. Die Staatsbahn hatte unter dem inzwischen abgelösten FS-Geschäftsführer Renato Mazzoncini den Plänen eine Absage erteilt.

„Die Fusion von FSI/ANAS ist ein falscher Schritt, der gestoppt werden muss“, begründete der stellvertretende Premierminister die Regierungsentscheidung. „Die Eisenbahnen haben bereits Schwierigkeiten, die Strecken zu bauen“, sagte er. „Wenn sie das Straßenmanagement von ANAS integrieren, dann funktioniert nichts mehr“. (ici)

Kommentare

Kommentar veröffentlichen
Nur an die Redaktion senden

Captcha:*



* - Pflichtfeld