|  12. Juli 2018

Hoffnung auf den Schienenpakt

Zum 16. Mal präsentiert die Deutsche Bahn ihren Wettbewerbsbericht – er wird heute in Brüssel einem Kreis von Vertretern der europäischen Institutionen, Verkehrs- und Verladerverbänden sowie den Medien vorgelegt.

Eine starke Konjunktur hat 2017 die europäischen und damit auch den deutschen Verkehrsmarkt beflügelt, stellt die Deutsche Bahn in dem Bericht fest. Vom Wirtschaftsaufschwung profitierten auch die Eisenbahnen – allerdings überwiegend im Personenverkehr. Im Güterverkehr deuten die Zahlen darauf hin, dass die Schiene den Marktanteil lediglich halten konnte.

Neue Statistik: Bahn hält 19,2 statt 17,1 Prozent Marktanteil

Allerdings hat das Statistische Bundesamt im Juni die Erhebungsmethode umgestellt. Seither werden auch Schienengüterverkehrsunternehmen unterhalb einer bestimmten Aufkommensschwelle in die Erfassung einbezogen. Neue Werte liegen erst für 2016 vor – die Zahlen für 2017 sind noch nicht bereinigt. Der Marktanteil der Schiene erhöht sich dadurch von zuletzt 17,4 auf 19,2 Prozent. Der Straßengüterverkehr kommt auf 69,8 Prozent; bis dato waren es 71,7 Prozent. Für die Schiene ermittelte das Statistische Bundesamt bisher 116,2 Mrd. tkm; bereinigt kommt der Bahngüterverkehr in Deutschland nun auf 128,3 Mrd. tkm für 2016. Die DB geht nicht davon aus, dass dieser Wert 2017 überschritten worden sein könnte.

Für das Güterverkehrsunternehmen DB Cargo bedeutet das, dass es 2016 am Gesamtmarkt einen Anteil von 53,5 Prozent hatte. Vor Erweiterung des Berichtskreises waren es 60,9 Prozent.

Der gesamte europäische Schienengüterverkehrsmarkt verzeichnete 2017 das stärkste Wachstum seit 2011. Die Verkehrsleistung nahm um drei Prozent zu. Innerhalb Europas gab es allerdings deutliche Unterschiede bei der Entwicklung der Güterbahnen. In Slowenien legte der Güterverkehr um 12,2 Prozent zu, in Lettland ging er um 15,8 Prozent zurück. Von den drei größten Güterbahnen DB Cargo, SNCF Fret und PKP Cargo Schnitt nur die polnische Bahn positiv ab. Sie konnte ihre Leistung 2017 um 9 Prozent steigern. Die DB führt dies auf die rasant steigenden Chinaverkehre mit Europa zurück.

Zugenommen hat die Anzahl der Eisenbahnunternehmen, die im Wettbewerb auf der Schiene unterwegs sind. Sie belief sich 2017 auf 431 Unternehmen, zehn mehr als im Jahr zuvor. Rund die Hälfte davon betreibt Güterverkehr, knapp ein Viertel Personenverkehr, die übrigen Unternehmen erbringen unterschiedliche Dienstleistungen von der Baustellenversorgung bis hin zu Meßfahrten.

Das deutsche Netz wurde intensiver genutzt. Insgesamt erbrachten die Bahnen 1,073 Mrd. Zugkilometer auf den Schienenwegen – 50 Mio. mehr als im Jahr zuvor. Die Wettbewerber steigerten die Zahl der Zugkilometer um 2,9 Prozent.

Eine große Chance für den Eisenbahnverkehr sieht die DB in dem Schienenpakt, denen die Regierung mit der Branche geschlossen hat. Er zielt darauf ab, den die Regierung mit der Branche geschlossen hat. Er zielt darauf ab, die Fahrgastzahlen bis 2030 zu verdoppelt und den Marktanteil des Güterverkehrs deutlich zu steigern.

Die DB wird ihren Teil dazu beitragen. Zentraler Hebel dafür ist das Programm „Digitale Schiene Deutschland“. Dabei geht es vorrangig um die Installation des europäischen Zugleit- und Sicherungssystems ERTMS/ETCS und den Ersatz bestehender durch digitale Stellwerke. Ziel ist die Digitalisierung des gesamten Schienennetzes. Dies erlaubt dichtere Zugfolgen, eine deutlich bessere Ausnutzung der Infrastruktur und damit sinkende Kosten für die einzelne Zugfahrt.

So stellen sich die Marktanteile der Verkehrsträger in Deutschland für 2016 dar, nachdem das Statistische Bundesamt die Erfassungsmethode für Eisenbahntransporte geändert hat. Die Schiene hält danach 19,2 Prozent – nach alter Methode waren es nur 17,7 Prozent.

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