|  12. März 2018

Dänemark begrenzt Parkdauer auf Rastplätzen

Auf den staatlichen Rastplätzen entlang der dänischen Autobahnen dürfen LKW in Zukunft maximal 25 Stunden parken, damit sich die Fahrer ausruhen können. Darauf hat sich die amtierende Minderheitsregierung mit der sie unterstützenden Fraktion der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti (DF) verständigt. In Kraft tritt die Regelung voraussichtlich am 1. Juli dieses Jahres.

Abgesehen von der festgelegten maximal erlaubten Parkdauer, werden auch die Bußgelder für das Überschreiten der Parkdauer und das unerlaubte Parken auf den Zu- und Ausfahrten der Rastplätze angehoben. 2000 DKK (268 EUR) kostet es künftig, wenn länger als 25 Stunden geparkt wird. Bisher waren es umgerechnet 68 EUR. Das Dreifache der bisherigen Strafe, nämlich 3000 DKK (knapp 400 EUR), zahlt, wer auf den Zufahrten seinen LKW abstellt. Für diese Anhebung ist eine Gesetzesänderung nötig, die zum 1. Januar 2019 wirksam werden soll.

 „Ich bin froh, dass wir ein Modell gefunden haben, das Camping-ähnliche Verhältnisse verhindert und gleichzeitig die Probleme und praktischen Herausforderungen berücksichtigt, mit denen die Transportbranche konfrontiert ist,“ sagte Transportminister Ole Birk Olesen. "Meine grundsätzliche Einstellung ist die, dass der dänische Staat nicht die Aufgabe hat, gratis Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, damit das LKW-Gewerbe seinen Bedarf an Platz für Langzeitaufenthalte decken kann". Die Vereinbarung mit DF ist ein Nebenprodukt der diesjährigen Etatverhandlungen.

Kritik aus der Wirtschaft
In der Wirtschaft stößt die Parkbeschränkung auf Kritik. „Die Regelung erschwert Transporte von und nach Dänemark, weil die Zeitbeschränkung nicht mit den Lenk- und Ruhezeitvorschriften der Fahrer in Übereinstimmung steht“, sagte Michael Svane vom Verband Dansk Industri. Seine Organisation hatte sich für eine Parkdauer von 45 Stunden ausgesprochen.

Deutlicher wird Martin Aabak vom Verband der Spediteure. "Das ist keine Lösung. Die Parkplatznot wird auf die kommunalen Straßen verlagert. Am Ende wird es eine  Verteuerung für dänische Im- und Exporteur geben. Aabak zweifelt zu dem daran, ob die dänischen Parkrestriktionen mit EU-Regeln vereinbar sind.

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