05. November 2018

LKW-Parkplätze: Tapa führt weitere Sicherheitsstufen ein

Die Transportsicherheitsvereinigung Tapa hat die höheren Stufen 1 und 2 ihres neuen Zertifizierungsprogramms für Parkplätze (Parking Security Requirements; PRS) in Europa eingeführt. Der Standard umfasst nun drei Sicherheitsstufen sowie die Einbindung von unabhängigen Auditstellen für den Zertifizierungsprozess.

Das Programm zielt darauf ab, die wachsende Frachtkriminalität auf ungesicherten Parkplätzen einzudämmen. Die Lieferketten in Europa leiden nach wie vor unter einem Mangel an sicheren Parkplätzen. Bei etwa sieben von zehn Delikten wird Ladung von LKW auf ungesicherten Parkplätzen entwendet, wie die Tapa-Statistik zeigt.

Tapa-Mitglieder können PSR-zertifizierte Standorte und PSR-Partner mit dem neuen Secure Parking Online Tool (Spot) identifizieren. Damit können sie eine bestimmte Transportroute festlegen und sich dann die entlang der Strecke erfassten Ladungsdiebstahlsdelikte sowie die nächstgelegenen PSR-Parkplätze anzeigen lassen.

Ziel sei es nun, die Zahl sicherer Parkplätze deutlich zu vergrößern, um Fahrer, Fahrzeuge und Ladungen zu schützen. Die Tapa hofft, dass sich Hunderte von Parkplatzbetreibern dem Programm anschließen und künftig erschwingliche Parkplätze anbieten, die alle Sicherheitsanforderungen der Branche erfüllen.

Auch ECG macht sich für sicheres Parken stark

Sichere Parkplätze werden in der Branche vor allem vor dem Hintergrund des Fahrermangels als dringend notwendig angesehen, wie Ende Oktober erst wieder Mosolf-Vorstandsmitglied Wolfgang Göbel auf der Jahrestagung des Verbands der Fertigfahrzeuglogistiker (ECG) betonte. Bessere Bedingungen seien die Voraussetzung dafür, mehr junge Menschen für den Berufseinstieg zu gewinnen.

Der ECG-Präsident kündigte an, dass ein Digitalisierungs-Team des Verbands gerade an einer Smartphone-Anwendung für Fahrer arbeite. Diese App ermögliche es den Fahrern, Informationen und Empfehlungen zu einer Vielzahl von Themen wie sicheres Parken und sanitäre Einrichtungen auszutauschen. Der Verband prüfe zudem die Möglichkeit, ein Netz von Firmengrundstücken in der Nähe von Hauptverkehrsstrecken zu schaffen, das allen Fahrern der Mitgliedsunternehmen offen steht und sichere Parkplätze sowie Essensversorgung und Sanitäranlagen bietet.

Allein in Deutschland fehlen laut ECG rund 14.000 LKW-Stellplätze. „Die derzeitigen EU-Vorschriften über die Ruhezeiten der Fahrer sind bedeutungslos, wenn es keine ausreichenden und sicheren Parkplätze gibt, damit die Fahrer ihre Lastwagen sicher verlassen oder in ihnen ruhen können“, teilt der Verband mit. (cs)

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